Die Geburt meines 2. Kindes ist nun fast ein Jahr her. In guter Eltern-Manier genießen wir unseren Urlaub in gemeinsamer Elternzeit am Strand. Wie schon beim Mausebär sind wir wieder in Spanien, bei meinen Eltern. Eine 2. Heimat, wo mich nichts stresst und ich jeden Winkel des Ortes seit über 35 Jahren kenne. Ein Strand, der nach Krisen und Corona längst nicht wieder so voll ist, wie in den 90ern. Es könnte doch so entspannt einfach sein hier ohne viele Gedanken im Bikini auf zulaufen, oder? 

Es könnte. Aber ganz so einfach ist es dann für den “After Baby Bikini Body“ doch nicht. Mal ehrlich: Mein Körper hat in den letzten 3 Jahren mit 2 Schwangerschaften und Geburten, Corona, Vollzeitjob, Haussanierung und Sport einiges mitgemacht. Die Babies – so knuffig klein sie auch waren – waren im Vergleich doch recht groß, ich bin recht klein. Entsprechend riesig war der Bauch. Das da auch nach 12 Monaten noch alles weicher ist, die Haut nicht so straff wie ich gern hätte? Völlig normal. Ich weiß das. Eigentlich wissen es alle. Warum stellt man den Körper dann trotzdem so in Frage? Das weiß ich nicht. Aber nachdem ich mich erst geziert habe, habe ich mir dann doch vorgenommen mit brasilianischer Gelassenheit und ein paar Kniffen mein selbstkritisches Ich woanders hin in den Urlaub zu schicken und einfach meinen Körper Körper sein zu lassen. After Baby Bikini Body my a$$ – das wird er doch jetzt eh den Rest meines Lebens sein, egal in welchem Zustand. 

Brasilianische Gelassenheit

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Mein Leben in Brasilien liegt nun auch schon ein Jahrzehnt hinter mir. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass Brasilien sich in der Zeit noch stark verändert hat. Darum kann ich nicht sagen, ob es noch genauso ist. Aber wenn ich an meine Zeit dort zurückdenke, dann fällt mir immer wieder ein wie erstaunt ich über die Gelassenheit der brasilianischen Frauen in Bikinis war. 

Die Brasilianerinnen die ich kenne haben immer sehr viel Wert auf ihr Äußeres gelegt. Kleidung, Make-up, manche haben nachgeholfen und keinen Hehl daraus gemacht. Aber Sorgen darum, dass sie nicht die richtige Figur, den wahren Bikini Body, für einen brazilian Bikini* hätte – Stoff manchmal nur von der Größe einer Visitenkarte zusammengehalten von Zahnseide, sagt man dort scherzhaft – hatte keine.

Alle Frauen gingen in den kleinen Teilen an den Strand, meist hinten mit String. Spielten so Volleyball, tranken Caipirinha, gingen ins Wasser. Und nicht einmal habe ich eine Brasilianerin über eine andere Frau am Strand deswegen tratschen oder tuscheln sehen. 

Körper wurden mit Freude optimiert, aber am Ende waren und sind es eben einfach Körper die unser Gefährte für dieses Ding namens Leben sind ohne das wir sie uns selbst ausgesucht hätten. Davon lässt man sich doch keinen Strandtag versauen, nur weil andere die Gen-Lotterie gewonnen zu haben scheinen.

(Side Note: Wer mehr über mein Leben und meine Arbeit in Brasilien wissen möchte, dem sei gesagt das mein sehr sehr alter Blog von damals noch bei Blogspot zu finden ist. Nämlich hier. Juni 2009 beginnt die Zeit in Brasilien.)

Tipps gegen den inneren Kritiker

Damit ich diese brasilianische Gelassenheit aber erreiche, war es nicht genug mir immer wieder die Bilder der Copa Cabana in den Kopf zu rufen. Ich musste doch etwas tiefer in die Trickkiste greifen um am Ende gechillt im Bikini vor allen mehr oder weniger galant auf das Stand-Up Paddle Board zu klettern und davon zu paddeln. Hier also meine Tipps für mehr Selbstvertrauen in deinen After Baby Bikini Body.

Gedanken leiten

Manchmal muss man dem Kopf aktiv helfen. Wenn mal wieder nur Quatsch gedacht wird, aktiv darüber nachdenken, was der eigene Körper kann was Menschen mit vermeintlichen Traumkörpern vielleicht nicht können. Den Kilimanjaro besteigen. Eishockey in der Bezirksliga spielen. Über 100kg heben. Mein Körper kann viele außergewöhnliche Sachen, auch mit Plautze.

Und dann rufe ich mir auch immer wieder gern in Erinnerung wie unwichtig mein Körper für 99,99% aller Menschen ist. Warum ich da so sicher bin? Ich selbst denke nie ohne Grund (eg. passendes Tshirt kaufen für jemanden) über die Körperform anderer Menschen nach, schon gar nicht welcher die ich nicht kenne. Warum sollten also andere über mich nachdenken. Eher unwahrscheinlich.

Neue Bademode für den neuen Bikini Body

Bikini Body

Platt irgendwie, oder? Aber es hat geholfen. Dieses Jahr sind tolle Bikinis mit hoher Taille total in Mode. Damit ist zack die Kaiserschnittnarbe weg, die noch stillenden Milch-Brüste sind auch besser verpackt als in den alten Bikinis. Und top modisch ist es auch. 

Von dem Sommer nach der Geburt des Mausebärs habe ich auch noch einen “shaping” Badeanzug. Der quetscht nicht, wie man das vielleicht von so Unterwäsche kennt, sondern hat vorne eingenähte Raffungen die kaschieren und durch die schmaleren Seitennähte einen von vorn auch etwas schmaler wirken lassen. 

Beides Arten und noch einige mehr kann ich euch im Moment von Hunkemöller ans Herz legen, die gefallen mir persönlich sehr gut und passen zu jedem Bikini Body. Zu Hunkemöller geht es hier entlang: Schöne Bademode.*

Medien Konsum

Gerade in den Medien, und dort vor allem in Frauenzeitschriften und Social Media, wird ein Ideal dargestellt, welches im Alltag nur in den seltensten Fällen erreichbar ist. Wenn überhaupt. Das ist auch logisch so, denn die Feeds und Editorials sind sehr gezielt kuratiert um ein highlight-reel zu generieren dass zum Kaufen einlädt. Allerdings gibt es mittlerweile auch genug Studien die uns ganz klar aufzeigen, dass eben dieses Marketing des Perfekten die Ansprüche an uns selbst nach oben schraubt und Zufriedenheit in den Keller schickt. Kann man sich dem entziehen? Ja. Man kann.

Ich folge mittlerweile nur noch sehr sehr wenigen Kanälen auf Social Media. Zeitschriften habe ich schon lange nicht mehr wirklich gelesen. So kuratiert wie die Fotos in der Scheinwelt, so kuratiert ist auch mein Instagram Feed. Authentische Menschen aller Couleur und aller Größen – Kleidung wie instafame. Es erdet ungemein, wenn man statt der großen, schönen Influencer und Stars dieser Welt nur einer handvoll engagierter Mamas und Papas sowie ein paar interessanten Fakten-Kanälen folgt. Und es lässt einen auch gelassener, ja gar liebevoller mit dem eigenen Spiegelbild umgehen wenn man nicht ständig die durch gefilterten und photo-geshoppten Personen vor Augen hat.

Übrigens sinkt auch der Konsum der Medien insgesamt, was ebenfalls einen positiven Effekt auf das Leben hat. Es gibt nämlich einfach nicht dauernd was Neues.

Ab in den Urlaub

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Meine Zweitheimat an der Costa Brava – Türkises Wasser wie eins in Brasilien.

Und dann kann es losgehen. Mit dem Urlaub. Mit dem After-Baby-Body. Und mit der Bademode. Am Strand.

Ich habe einen wirklich entspannten Urlaub verbracht und meine Daisy-Dukes und Bikinis mit Freude getragen. Die Sonne genossen. Und mich gefragt wieso ich das eigentlich überhaupt vorher so stark in Frage gestellt habe. Man lebt nur einmal. Die Kinder sind nicht ewig klein. Es ist eigentlich gar keine Zeit um sich über einen hängendes Bäuchlein zu Sorgen.

Oder wie seht ihr das? Was macht euer After Baby Bikini Body mit euch?


*Transparenz: Beide mit * markierte Links führen in den Hunkemöller Shop und sind Werbung, für die ich eine kleine Vergütung bekommen habe um den Blog am Leben zu halten. Das Bild vom Bikini ist aus dem Hunkemöller shop.

Author

36. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in und um Köln. Crossfitter und Eishockeyspielerin. Ernährungs-Besserwisser.

5 Comments

  1. Liebe Katharina,

    ein toller Artikel, der sofort einen Nerv bei mir getroffen hat. Mein Körper sieht eben auch nicht mehr wie Anfang 20 aus und ja, das Fettpölsterchen ist nun mal mein Bauch. Lange hatte ich keine Lust mehr im Bikini an den Strand zu gehen, fand ich mich darin doch unansehnlich. Tatsache ist, mein Bikini ist zu klein geworden. Also muss ein neuer her und diese Bikinis mit hoher Taille wären was für mich. Danke für den Tipp.

    Liebe Grüße
    Mo

    • So richtig und wichtig! Ich finde es auch total egal, was andere über mich sagen oder denken, weil ich andere auch nicht beurteile. Jeder ist schön so wie er ist ♥

  2. Ach man sollte sich da auch nicht unter Druck setzen, immerhin ist man erst Mutter geworden und ich finde, dass kann man dem Körper ruhig ansehen. LG Romy

  3. Ich finde diesen Artikel wirklich, wirklich toll! Die Gedanken, die du beschreibst, hat glaube ich, so gut wie jede Frau… ob mit oder ohne Kinder. Wie du schon sagst, gerade die Medien zeigen uns Bilder von „perfekten/ schönen Frauen“, die für normale Frauen nur schwer erreichbar sind – weil einfach das Leben dazwischen kommt (Job, Corona, Kinder, etc.).
    Deine Hilfsmittel um den Strandtag dann doch noch zu genießen fand ich wirklich hilfreich!
    Vielen Dank für deinen inspirierenden Beitrag!

    LG,
    Vici

  4. Ich brauchte damals auch eine Zeit lang, wieder mein Normalgewicht zu erreichen und war speziell nach dem Abstillen ziemlich ausgelaugt! Aber das gab sich bald wieder! Aktuell zähle ich trotzdem wieder Kalorien, weil ich merke, dass meine Hosen wieder enger werden! War wohl doch zuviel Schoki in letzter Zeit 🙂 Aber die ersten 1,2 Kilo sind geschafft und die restlichen 2 nicht mehr allzu schwer!

    Liebe Grüße
    Jana

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