Und schwuppdiwupp ist die Open-Season auch schon wieder vorbei. Und zum Schluss gibt es nochmal einen richtigen Kracher, mit einer meiner absoluten Lieblingsübungen: DEM THRUSTER! (Du fragst Dich was ein Thruster ist? Guckst Du hier.)

Eins meiner ersten echten, harten Crossfit Workouts waren 150 Thruster auf Zeit. Und wenn man jetzt denkt: Klar, das geht auf die Kraft in den Beinen so hat man das schlimmste nicht erfasst. Es geht unheimlich auf die Lunge…

Auch in der Schwangerschaft habe ich Thruster gemacht – wenn auch mit weniger Gewicht (Details zu Skalierungen findet ihr in meinem Bericht zu Crossfit während der Schwangerschaft). Ich hatte also keine all zu große Sorge was die verlorene Fitness angeht. Es beruhigt mich ungemein, wenn ich ungefähr weiß was ich von mir erwarten kann – das war in den letzten Wochen leider nicht immer gegeben, denn der Körper ist schon sehr stark verändert wenn man einen kleinen Menschen monatelang vor sich hergetragen und dann aus sich rausgeschoben hat.

Wenn Du neu hier bist, empfehle ich Dir bei den ersten beiden Workouts der Open Season 2019 zu starten (19.1 hier, 19.2 hier, 19.3 hier, 19.4 hier) – ansonsten kommt hier mein Bericht zu 19.5.

Das Workout 19.5

Wie schon gesagt gibt es bei 19.5 viele (wirklich sehr viele) Thrusters. Aber das war zu erwarten, denn das 5. Workout der Open ist eigentlich regelmäßig mit dieser Übung gespickt. In meinem erste Open-Jahr 2017 waren sie mit Double-Unders kombiniert, in 2018 dann mit Chest-to-Bar Pull-ups. Letztere waren es – in der RX Version – auch dieses mal. Aber viel mehr davon.

Nun konnte ich noch nie einen einzigen Pull-Up ohne Hilfestellung von Band oder ähnlichem. Nie. Nicht einen. Ich vermute ich werde auch nie einen können, ich habe die Hoffnung aufgegeben. Also scaled.

Die skalierte Version beinhaltet anstelle der Klimmzüge eine vereinfachte Version dessen: Einen „Jumping Pull-up“ – einen Klimmzug, bei dem man so steht dass zwischen Stange und Kopfende mindestens 15cm Platz sind, dann geht man in die Hocke bis die Arme gestreckt sind (wie bei einem normalen Klimmzug) und dann hüpft man. Das Kinn muss über die Stange. So weit, so einfach…

…aber es gibt auch eine Schattenseite des skalierens: Ein solcher Klimmzug mit Beinunterstützung geht in die Beine, und die will man ja eigentlich schonen damit man die Kraft in die Thruster stecken kann. Mehr noch: Wer sich noch von einer Geburt erholt muss den Beckenboden schonen und sollte daher alle Kraft der Arme (die ja offensichtlich nicht stark ist, sonst müsste man nicht skalieren) darauf ausrichten langsam abzusetzen um Erschütterung zu vermeiden. Also volle Sprungkraft, und dann langsam runter. Uff.

Alles in allem lautet das RX-Workout 19.5 wie folgt:

Das Workout 19.5 der Crossfit Games 2019

Der Plan

Ich liebe die Langhantel und habe mich schon bei 19.1 auf die Thruster am Ende der Saison gefreut. Der Plan ist trotzdem der immer gleiche – und ich wiederhole mich gern denn jeder sollte diesen Satz verinnerlichen:

Slow and steady wins the race.

Vorgenommen habe ich mir 5er Pakete, sowohl bei den Thrusters als auch bei den Jumping Pull-ups – und am Schluss immer ein letztes kleines Paket weil es nicht aufgeht.

Los geht’s

Da freut man sich mehrere Tage lang auf dieses Workout und dann steht das Töchterchen am großen Tag um 5h auf. Und man muss mit.

Unter 5 Stunden Schlaf ist wirklich wenig, vor allem wenn er dauernd unterbrochen wurde. Das merkt man. Ich war den ganzen Vormittag gerädert, der Kopf schmerzend und meine Laune gerade so mittelmäßig. Ich habe tatsächlich überlegt überhaupt nicht hinzugehen.

Weil ich aber wusste, dass ich mich tierisch ärgern würde wenn ich nicht hinginge bin ich natürlich hingegangen. Und kaum dass ich in der Box war und ein paar Aufwärmsätze an der Langhantel hinter mir hatte war die Laune auch schon wieder gut wie eigentlich meistens. Der Mausebär und der Mann sind diesmal allerdings zu Hause geblieben, denn auch für M. war 5 Uhr morgens eigentlich zu früh und das wäre etwas zu viel gewesen.

Während in der Box die Pläne der anderen besprochen wurden, schnappte ich von Tobi auf, dass er erst die krumme Zahl und dann 5er Sätze geplant hatte. Damit ist der erste Satz etwas größer als 5 (statt wie in meinem Plan kleiner am Schluss) aber man ist schneller. Ich hab ihm zwar noch kokett entgegnet, dass die paar Sekunden bei mir nun wirklich egal seien – hab dann aber doch seinen Plan übernommen. Wirklich Ansprüche hatte ich an mich diesmal allerdings nicht – diese waren dem Schlafmangel zum Opfer gefallen.

Gestartet bin ich dann in einem Satz mit zwei ganz wunderbaren Damen aus unserer Box, die dieses Workout RX gemacht haben. Volles Gewicht und Chest-to-Bar Pull-ups. Die zwei Maschinen würden die Hütte rocken, da war ich mir sicher – ein super Ansporn für mich. 3-2-1-Los geht’s.

Das Resümee

Ich bin bei meinem Plan – also dem von Tobi – im Wesentlichen geblieben. Manchmal kamen die 5er Sätze der Klimmzüge durcheinander wegen ein paar No-Reps. Aber alles in allem bin ich einfach wie ein Schlittenhund beim Startzeichen losgelaufen und habe immer weiter gemacht, bis nach 16 Minuten und 38 Sekunden mein Trainer „Stopp“ rief und ich fertig war.

Ich bin mit der Zeit sehr zufrieden und es zeigt auch, dass nur weil man mal keine großen Ziele gesteckt hat man noch lange nicht langsamer unterwegs ist.

Nun ist die erste Open für dieses Jahr also schon wieder vorbei. Eine kleine Achterbahnfahrt – und wieder wurde mir aufgezeigt wo meine Defizite liegen. Daran kann man ja arbeiten. Auch wenn ich vielleicht nie einen tollen Klimmzug schaffen werde, werde ich doch jedes Jahr ein bisschen besser. Selbst mit einer Schwangerschaft, schlaflosen Nächten und einer dadurch bedingten längeren Pause. Wenn das mal keine Motivation ist!

Die Ergebnisse des Crossfit Workouts 19.5
Die Ergebnisse meines Heats.

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Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

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