Es ist soweit. Die Open läuft wieder. 5 Wochen lang jede Woche ein Workout, durchgeführt von vielen tausend Menschen auf der Welt – auch von mir. Verrückt, dass schon wieder ein Jahr vergangen ist seit der letzten Open, die ich schwanger mitmachen durfte (hier mein Bericht dazu). Diesmal also 5 Monate nach der Schwangerschaft und der Geburt vom Mausebär, entsprechend mit ganz anderer Fitness. Meine Core Spannung und Core Muskulatur lässt noch immer etwas zu wünschen übrig und auch der Beckenboden, wenn auch schon sehr gut verheilt, ist noch nicht wieder völlig in Ordnung. Das ist normal – aber macht es auch spannend. Ich habe nicht viel Ahnung welche Ziele ich mir setzen kann oder soll. Im wesentlichen werde ich wohl die Scaled Varianten nehmen, da ich nach wie vor versuche Hüpfen – insbesondere Double Unders und Box Jumps – zu vermeiden. Die Skalierungen, die ich in der Schwangerschaft Stück für Stück aufgebaut habe, baue ich nun Stück für Stück ab und Übungen mit starken Erschütterungen sind nach wie vor tabu.

Das Workout 19.1

Nach den kuriosen Veränderungen im Crossfit HQ – u.a. wurde das Media Team um Rory McKernan gefeuert – war das Announcement des Workouts wohl weniger spektakulär. Nicht mal Dave Castro war anwesend. Im Internet wurde sich darüber viel echauffiert, aber im Grunde ist es doch völlig Wurscht. Es geht darum mit vielen tausend anderen ein Workout zu schaffen, sich zu quälen und mit den Besten der Besten messen zu können. Dank des Internets und dem Netzwerk der vielen vielen Crossfit Boxen rund um die Welt.

Ich habe mich trotzdem furchtbar aufgeregt. Das hatte allerdings nichts mit dem Announcement selbst zu tun, sondern dem was dort angekündigt wurde. Wall Ball Shots. Mein Erzfeind unter den klassischen Crossfit Übungen – und seit 2017 auch Angstgegner.

Damals gab es ein Workout mit 55 Deadlifts, die ich liebe und die mich dazu trieben das Workout „RX“ also im Original zu machen (also mit 70kg), gefolgt von u.a. Wall Ball Shots. Mit meiner Größe von gerade einmal 1.60 ist das Wurfziel von 9 Feet mit vollem Ballumfang (6kg Medizinball) ziemlich hoch, und auch meine Wurftechnik ließ zu wünschen übrig. Ich habe damals bis zum timecap geworfen. An die 65-75 Mal habe ich den Ball aus der tiefen Kniebeuge in die Luft geworfen – und wurde etwa 25-30 mal davon mit einem No-Rep bestraft. Es hat mich wahnsinnig gemacht. Und nun kamen diese fiesen Dinger wieder dran? …crap.

Natürlich sind es aber nicht nur WBS – auch wenn ich denen einen ganzen Absatz widme. Dazu kommt Rudern, das mag ich gern. Am liebsten würde ich mir eines Tages einen Concept2 in den Keller stellen.

Alles in allem lautet das RX-Workout 19.1 wie folgt:

Screenshot von games.crossfit.com

Scaling für die Nerven

Für meine aktuelle Fitness hätte ich dieses Workout nicht skalieren müssen. Aber ich werfe immer noch schlecht, und da ich weiß dass ich auch die meisten (wenn nicht alle) folgenden Workouts skaliert angehen muss, habe ich entschieden das Workout skaliert zu machen. Es ändert sich nicht viel, lediglich der Ball wird leichter und man wirft statt 6kg nur 4kg auf das gleiche Target von 9 Feet (2.74m). Für meine Nerven war das definitiv die richtige Wahl, da war ich mir sicher.

Klassischerweise machen wir die Workouts bei Crossfit Leverkusen in der Gruppe am Sonntag, mit mehreren „Judges“, den Crossfit-Schiedsrichtern, die die Wiederholungen zählen, und Publikum zum anfeuern. Da die Musik dabei sehr laut ist und unser Mausebär dort auch aus Sicherheitsgründen besser auf dem Arm bleibt, durfte ich direkt mit in den ersten Lauf. Der Mausebär hat mit meinem Mann zusammen angefeuert, mit Mickey-Mäusen (Schallschutz Kopfhörer für Babies) auf dem Kopf – das sieht immer zum Anbeißen aus.

3,2,1, GO!

Nach einer Runde Aufwärmen ging es endlich los. Die Uhr wurde auf 15min programmiert, mit lautem PIEP zählt sie runter zum Start. Der Wall Ball an den Füßen liegend, konzentriert, alles ausgeblendet bis auf die Aufgabe, die vor einem liegt. Die Uhr piept – 3 – 2 – 1 – Ball aufheben und los geht’s.

Wie im Tunnel ackere ich mich durch solche Workouts, höre meist auch die Musik nicht mehr. Hier war es ähnlich. Dennoch wäre es gelogen zu behaupten, dass mir Schwangerschaft und Geburt nicht mehr in den Knochen gesessen hätten. Die weiche Muskulatur im unteren Rücken und die geschwächte Tiefenmuskulatur habe ich bei den Wall Balls gemerkt; auch bin ich seit dem 2. Trimester nicht mehr auf Zeit gerudert. Kein Drama, aber eben doch merklich.

Und auch meine Aggression gegenüber den Wall Ball Shots ließ nicht lange auf sich warten. Zwar blieb ich in diesen 15min weit von 25 no-reps entfernt und 2017 war kein Vergleich dagegen, dennoch sah ich viel zu oft wie der Ball ohne die Wand zu berühren wieder runter kam oder mit einem cm des Umfangs unter der Linie blieb. Ich muss das wirklich häufiger üben.

Das Resumee

Mit 177 Repetitions (4 Runden + 19 Wall Ball Shots + 6 Kalorien rudern) habe ich mein Ziel von 5 Runden knapp verpasst. Ich hatte mir vorgenommen die ersten 13 Minuten mit einer regelmäßigen Ruderleistung von ca. 900 kcal / Stunde zu rudern und immer 5er Sets bei den WBS zu machen. Die letzten 2min wollte ich durchpowern. Die Ruderleistung habe ich tatsächlich so gehalten – sogar etwas mehr – aber meine WBS waren sehr durchwachsen und ich habe einfach keinen Rhythmus gefunden. Am Ende ärgerte mich das. Hätte ich die 5er Sets durchgehalten (also 5 die zählen, und bei no-reps einfach weitermachen) hätte ich mein Ziel von 5 Runden schaffen können. . Stattdessen habe ich bei einem no-rep verärgert erstmal den Ball auf den Boden fallen gelassen (was enorm Zeit kostet).

Das Workout habe ich geschafft – die WBS aber haben mich geschafft. Ich hoffe bei 19.2 wird es besser.


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Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

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