Wenn man erstmal Kinder hat, ist der Strandtag nicht mehr das was er einmal war. Schlafen? Buch lesen? Ein bisschen Strand-Tennis? Vergesst es, und lasst das Buch am besten gleich zu Hause – es wird eh nur nass. 

Wer mit kleinen Kindern am Strand ist muss immer (wirklich absolut jederzeit) ein Auge auf die Kinder haben. Am besten zwei. Wellen können auch größere Kinder schonmal unerwartet umwerfen und die Kleinsten haben einfach noch keine Idee wie tief das Wasser schnell wird oder wie kalt. 

Doch trotz aller Gefahren und Fallstricke: So ein Strandtag ist einfach auch wunderschön. Sandburgen bauen, planschen, Ball spielen. Ein bisschen Picknicken. Damit der Tag also entspannt wird, habe ich hier die wichtigsten Tipps versammelt.

1. Der perfekte Ort für einen Strandtag mit Kleinkind 

Sucht euch einen Strand aus, der nicht zu weit von eurem Zuhause oder eurer Urlaubsunterkunft entfernt ist. So müsst ihr nicht mit dem Auto stundenlang fahren und könnt den Tag entspannter angehen. Kurze Wege schlagen das extra Quentchen türkises Wasser, wenn man mit Kindern unterwegs ist. Achtet außerdem darauf, dass der Strand kinderfreundlich ist. Das heißt, es sollte flach abfallendes Wasser haben, damit das Kleinkind nicht zu schnell in tiefes Wasser gelangen kann. Außerdem sollte der Strand sauber sein und es sollte genügend Schattenplätze geben. Zum buddeln braucht es natürlich einen Sandstrand – das ist zB an der Costa Brava gar nicht immer der Fall. (Dafür kann man am Kieselstrand toll Steine schmeißen – hat ja auch was…)

2. Die passende Kleidung für den Strandtag 

Luftig, schnell trocknend, vor UV schützend – und am Besten von Kopf bis Fuß. Wir nutzen tatsächlich vor allem UV Kleidung und kaum Badeanzug oder Badehose. Diese werden eher im Schwimmbad angezogen. Wir haben mehrere Sets, so dass man sich nach dem Baden trocken anziehen kann und damit das Kind morgens zwischen A und B wählen kann. Das macht es doch wesentlich stressfreier – das Kind hat eine Wahl und es kommt nicht wie eine Vorschrift herüber, obwohl es eine ist. 

Für den Kopf haben wir auch UV Kleidung, da tut es aber auch der gute alte Baumwoll-Sonnenhut. Hauptsache ein Nackenschutz ist dabei. Wenn es ein Kieselstrand ist, oder sehr heiß, kann man auch Badeschuhe oder Beachies (so eine Art Wasser-Socke) nutzen. Wir haben Playshoes, ein Mischung aus beidem mit relativ fester Sohle.

Außerdem haben sich bei uns die Kinder-Poncho-Badehandtücher bewährt. Die Kids sitzen eh nie bis selten auf ihrem Handtuch sondern eher auf der Decke oder in der Strandmuschel. Der Poncho ist schnell übergezogen und muss nicht festgehalten werden, das schenkt Bewegungsfreiheit. Und ne klasse Kapuze haben sie meist auch.

3. Die besten Spielzeuge für den Strandtag

Papa und Tochter am Strand
Papa und Tochter am Strand

Kein Strandtag ohne eine Bollerwagen-Ladung an Utensilien. Da darf das Strandspielzeug natürlich nicht fehlen…

Am Meer hat sich bei uns ein kleines Baby-Planschbecken ohne aufpusten echt bewährt. Der kleine Herr ist super Wasser-freudig und robbt direkt in die Wellen – natürlich ohne jegliches Verständnis für die Gefahren und noch dazu mit viel zu wenig Speck um sich länger im Meer warm zu halten. Nun kann so ein Planschbecken natürlich nicht ohne Aufsicht sein, aber weniger gefährlich ist es dennoch und die Sonne wärmt das Wasser auf.

Als Sandspielzeug haben wir seit Ostern ein kleines Reiseset, dass sich gut wieder zusammensteckenund verstauen lässt. Es besteht aus einem platzsparenden Falt-Eimer, Harke, Schaufel, Sieb und den obligatorischen Eiswaffel-Förmchen mit Eiskugelschaufel. Kann ich wirklich empfehlen, da hat der großelterliche Osterhase eine sehr gute Wahl getroffen.

Übrigens wird bei uns beim Buddeln die ganze Zeit auf Schwimmflügel bestanden. Es gibt kein “nur mal kurz Wasser holen ohne“, denn das schleicht sich ein und wenn wir dann mal am See sind, wo es direkt tief ist, oder im Freibad, dann kann ein “nur mal kurz Wasser holen“ zu “rein plumpsen“ werden und somit gefährlich.

4. Tipps und Tricks für Eltern 

Packt alles ein, was ihr für einen perfekten Strandtag benötigt. Das heißt Sonnencreme, Sonnenhut, Schwimmflügel oder Weste für eurer Kind, Handtücher, Getränke und natürlich etwas zu essen. Schatten bekommt man prima mit einer kleinen Wurf-Strandmuschel, die sind schnell aufgebaut und gut zu befestigen. (Achtung: Beim Kauf auf UV Schutz achten! UV50 mindestens, so wiese dieser hier.). Sonnenschirme dagegen sind nicht so mein Fall, die werden bei Wind schnell zu gefährlichen Speeren

Nehmt euch genügend Zeit für den Strandbesuch – aber vermeidet im Süden die Mittagshitze. Entweder früh raus und direkt los, oder lieber nach dem Mittagessen bis Abends. Damit tut ihr eurer Haut und eurem Kopf einen echten Gefallen.

Wer hungrige Kinder hat – so wie ich – dem empfehle ich schon am Tag vorher ein Picknick vorzubereiten. Wenn man morgens früh los möchte hat man dafür wirklich keine Zeit. Wasserflaschen (wir haben für die Kinder diese und für uns solche großen), geschnittenes Obst in Dosen, vorbereitete Wraps oder Sommerrollen, Gemüsesticks und vielleicht ein paar dieser grandiosen, schnellgebackenen Kekse (übrigens eins der meistgeklickten Rezepte hier im Blog…) oder selbstgemachtes Quetschie. Ich stell alles zusammen in den Kühlschrank, dann vergesse ich auch nix.

Um alles zu tragen ist (bei bereits sitzenden Kindern) ein Sand-tauglicher, in den Kofferraum faltbarer Bollerwagen natürlich super. Wir haben einen recht simplen von Fuxtec, die Tauglichkeit für Sand ist aber eher semi. Die neueren mit Schiebestange sind wohl besser, aber auch entsprechend doppelt so teuer. Freunde von uns haben einen Beachtrekker – der kostet aber auch entsprechend einiges mehr trotz sonst recht simpler Ausführung.

5. Sonnenschutz – unverzichtbar beim Strandtag

Sonnencreme

Ich denke, dass mittlerweile alle wissen dass es nicht ohne Sonnenschutz geht. Eincremen mit 50er Sonnencreme kann die Eigenschutzzeit verlängern, allerdings muss dafür auch wirklich großzügig gecremt werden, auch immer wieder denn Sand und Wasser rubbeln den Schutz ab. Außerdem sollten unbedingt Schattenzeiten eingeplant sein, auch wenn man eingecremt ist.
Nun kann man die allerkleinsten noch nicht wirklich guten Gewissens in die Sonne lassen, egal wieviel gecremt wurde. Trotzdem würde ich ein Baby das mit an den Strand geht eincremen auch wenn es die meiste Zeit im Schatten verbringen soll und wird. Einen guten Überblick über Sonnencremes gibt es gegen eine Gebühr bei Annis Bunte Wissenschaft – sie hat sich sehr detailliert mit den Inhaltsstoffen befasst und ist als Chemikerin genau die richtige für so eine Übersicht, das brauch ich hier als Laie gar nicht versuchen.

UV Kleidung

Zusätzlich empfiehlt es sich einen UV Anzug zu tragen. Bei kleineren Kindern würde ich immer lange Ärmel und lange Hosen wählen, die Haut ist einfach noch viel zu empfindlich. Einteiler sind bei Windelkindern etwas nervig, wir sind daher bei Hosen und Hemden geblieben. Auch hier nutzen wir vor allem Playshoes, aber es gibt viele Marken. Am besten schaut man sich vorher die Siegel und Standards an.
Gebrauchte UV Kleidung geht auch, allerdings sollte man bedenken dass die Kleidung mit den Waschgängen auch ausbleicht und somit einen Teil ihrer Schutzkraft verliert.

Je weniger Haare kleine Kinder auf dem Kopf haben, desto gefährlicher ist die Sonne auch für den Kopf. Ein Sonnenstich ist für Kinder gefährlich, insbesondere für die Kleinen. Und es ist wirklich absolut nicht zu unterschätzen wie schnell das geht. Spezielle UV Hüte für das Wasser trocknen schnell und werden auch nicht schwer, weil sie nicht so viel Wasser aufsaugen.

Auch einen Hitzestau gilt es zu vermeiden. Kleine Schattenplätze wie Kinderwägen sollten daher nicht abgedeckt werden. Einen ausgiebigen Artikel zu Hitze und Kindern habe ich vor ein paar Jahren geschrieben, den findet ihr hier.

Spaß am Strand ohne Tränen

Ich hoffe die Tipps helfen euch und es waren noch ein paar schöne Anregungen dabei. Geht es denn für euch dieses Jahr an den Strand? Für uns geht es nach 2 Jahren Corona-Baby-Pause endlich wieder ans Wasser und wir freuen uns alle schon sehr.

Wenn ihr noch weitere Tipps habt, schreibt sie gern in die Kommentare!


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Author

36. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in und um Köln. Crossfitter und Eishockeyspielerin. Ernährungs-Besserwisser.

4 Comments

  1. Als meine Kids noch klein waren, habe ich penibel darauf geachtet, dass sie immer eine Kopfbedeckung trugen. LG Romy

  2. Hi
    da ich keine Kinder habe und auch kein Fan von Strandurlauben bin habe ich mir noch nie gedanken darüber machen müssen woran man als Eltern alles denken muss.
    Da jedoch viele deiner Tipps auch für andere Urlaubsausflüge nicht nur im Sommer Hilfreich sind.
    Auch werden meine Freundin und ich sicher nicht immer Kinderlos bleiben, habe ich jetzt schon einmal einen kleinen Einblick bekommen was uns alles erwarten wird.
    LG
    Stephan
    Stephan kürzlich veröffentlicht…Einkaufen ohne die Wohnung zu verlassen -9- Knuspr getestetMy Profile

  3. Mein Kind ist (leider) aus dem Alter raus, in dem ich mir Gedanken über Sonnencreme und Spielzeug für sie machen musste. Aber für Eltern mit kleinerem Nachwuchs sind die Tipps megaklasse! Und ich stimme dir zu, mal kurz aus den Augen lassen ist nicht! Vor allem, wenn sie noch keine Schwimmer sind, kann schnell was passieren!

    PS: Jetzt habe ich Appetit auf Obst und selbstgemachte Quetschis!

    Liebe Grüße
    ‚Jana

  4. Habe zwar keine eigenen Kinder, aber ich aber früher immer auf meine Nichten und Neffen aufgepasst. Auch wenn wir damals nicht zu einem Strand gefahren sind, so waren wir öfters an Seen oder Staudämmen unterwegs. Die Vorbereitung war ähnlich, vor allem auf die Kopfbedeckung haben wir wirklich geachtet!

    Lg,
    Vici
    Vici kürzlich veröffentlicht…12 von 12, Juli 2022: Ein Tag in Ubud, BaliMy Profile

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