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Als Schwangere hört man es oft: „Jeder kann Stillen“. Und doch kenn auch jeder mindestens eine Frau, bei der es nicht geklappt hat. Denn so einfach ist es dann doch nicht. Stillen will gelernt sein – von der Mutter und vom Kind. Man nimmt sich also vor, es zu versuchen, spricht auf Nachfrage davon dass es „schön wäre, aber man muss erstmal sehen ob es funktioniert“. Aber insgeheim weiß man doch: Ich will das unbedingt.

WHO empfiehlt: 6 Monate voll stillen.

Es gibt gute Gründe es unbedingt zu wollen. Muttermilch ist ein Alleskönner – liefert dem Kind Makro- und Mikronährstoffe wie es sie gerade braucht, nährt und stillt den Durst, und ist ganz nebenbei praktisch verpackt und wohl temperiert immer dabei. Kostenlos. Kein Wunder also, dass die Welt-Gesundheits-Organisation (WHO) Müttern auf der ganzen Welt empfiehlt 6 Monate lang voll zu stillen und erst danach mit Beikost zu beginnen.

Für Dritte-Welt-Länder ist diese Maßgabe auch deshalb so wichtig, weil sich Familien dort häufig teure Flaschennahrung nicht leisten können und auch das Wasser zum Mischen bei weitem nicht die nötige Qualität hat. In unseren Gefilden ist die Kostenersparnis zwar auch nicht zu verachten, viel wichtiger aber noch sollte uns die automatische Versorgung mit Antikörpern aus dem Immunsystem der Mutter und die Nähe zum Kind während des Stillens sein.

Was also, wenn es einfach nicht klappt?

Nun, bei manchen Müttern – und wenn sie es noch so wollten – klappt es leider tatsächlich gar nicht. Der Milcheinschuss kommt nicht, das Kind versteht das Saugen nicht – es gibt verschiedenste Gründe und wegen keinem einzigen muss man sich schämen. Auch dann nicht, wenn man einfach nicht Stillen wollte.

Bei vielen Müttern die zu Beginn Probleme mit dem Stillen haben, kann allerdings Abhilfe geschaffen werden. Dann nämlich, wenn die anatomische Form der Brustwarze das Zusammenspiel von Babys Mund und mütterlicher Areola verhindert. Schlupfwarzen sind so ein Fall, sehr kleine Brustwarzen, oder auch ein schwacher Saugreflex und zu wenig Vakuum – zum Beispiel bei Frühchen. In diesen Fällen können Stillhütchen helfen.

Plastiknippel in drei Größen

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Im Grund sind Stillhütchen nichts anderes als künstliche Brustwarzen und -höfe aus Silikon, mit einem Loch in der Spitze durch das die Milch fließen kann. Sie kommen in drei Größen daher (S, M, L – wie diese von Medela), und sind wiederverwendbar (wenn man sie regelmäßig auskocht). Mit etwas Feuchtigkeit werden sie – ähnlich einem Saugnapf – mittig auf der Brustwarze platziert. Das Kind kann nun am Silikon-Nippel saugend er groß genug ist um den Saugreflex auszulösen. DAs Kind erzeugt wie auch sonst ein Vakuum so dass der Milchspendereflex auslösen kann und die Milch über das Hütchen zum Baby fließen kann.

Mir persönlich hat diese Erfindung in den ersten Tagen nach der Geburt sehr geholfen: Unsere Tochter hat es nicht geschafft, an meinen Brustwarzen anzudocken, was mich zu Beginn tatsächlich sehr verunsicherte. Man will es ja doch unbedingt, egal was man gesagt hat. Man fühlt sich wie ein Versager, der man nicht ist, weil man es doch eigentlich besser weiß. Nachdem wir es mit Haut-auf-Haut Bonding versucht hatten und ich nichtmal selbst meine Brustwarze dazu bewegen konnte „stehen zu bleiben“, hat uns die Krankenschwester Stillhütchen vorbei gebracht – und siehe da, der Mausebär trank fleissig los.

Trotzdem wird von vielen Stillberaterinnen von Stillhütchen abgeraten. Viele sind der Ansicht dass die kleinen Teile die Dinge unnötig verkomplizieren. Außerdem eignen sie sich nicht, um wunde Brustwarzen zu schützen – auch wenn dies gern angepriesen wird.

Sind Stillhütchen nun Fluch oder Segen?

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Leider ist also auch mit den Silikon-Helferlein nicht alles rosig. Die Dinger verrutschen, fallen runter, müssen ausgekocht werden und verursachen die ein oder andere Schweinerei wenn sie sich lösen und die ganze Milch ausläuft.

Man versucht also, die Dinger loszuwerden. Und meistens klappt das auch – man muss aber konsequent sein und darf sich nicht entmutigen lassen. Die Babies werden stärker und können schon nach wenigen Wochen viel besser saugen und trinken. Auch die Brustwarzen gewöhnen sich bei vielen Frauen an ihre Aufgabe, nachdem die Milch eingeschossen ist, so dass auch Schlupfwarzen oder kleine Brustwarzen sich besser aufstellen und besser vom Kind zu greifen sind.

Stillhütchen Entzug

Wir haben die Hütchen nach ca. 6 Wochen abgesetzt. Bei mir hat es sich bewährt, zunächst ganz normal mit Hütchen zu stillen. Wenn die Brustwarze dann „in Form“ gezogen war, habe ich das Hütchen weggenommen und den Mausebär an der gleichen Seite noch einmal angelegt. Das Baby wurde mit jedem Mal besser und sicherer, bis wir ca. 10 Tage später direkt ohne Stillhütchen stillen konnten.

Da meine Brustwarzen dank der Stillhütchen bis dahin ziemlich geschont wurden, mussten sie nun noch abhärten. Da das Kind nach 6 Wochen natürlich stärker war als sie es noch als Neugeborene war, war dies wohl etwas schmerzhafter. Auf der anderen Seite hätte ich ohne die Stillhütchen den Anfangsschmerz gar nicht gehabt – weil ich gar nicht gestillt hätte.

Für mich waren sie also ein Segen – sollen doch alle sagen was sie wollen.

Habt ihr Stillhütchen benutzt? Oder wollt ihr sie ausprobieren (hier kaufen auf Amazon)? Lasst es mich in den Kommentaren wissen!


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Ich habe meine Stillhütchen zum Teil im Krankenhaus bekommen, zum Teil selbst gekauft.

Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

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