Mein Mann wollte es ja nicht glauben, aber ein Kinderflohmarkt ist Ausnahmezustand. Aber von Anfang: Da der Mausebär gern Bücher anschaut musste Nachschub her. Als ich Montags jedoch endlich mal in die Stadt schaffte, war die Bibliothek zu. Als jahrzehntelanger treuer Kunde der Leverkusener Stadtbibliothek hätte ich das wissen können – ich war aber auch ewig nicht mehr da, fiel mir in dem Moment auf.

Die Alternative war der Besuch des Kinderflohmarktes, der direkt am folgenden Samstag bei uns um die Ecke stattfinden sollte.

Nun war ich zuletzt mit meiner Schwester und meinem Neffen auf einem großen Kinderflohmarkt im Bergischen Land und es war alles was ich nicht ausstehen kann – und dass obwohl der wirklich super organisiert war. Es war viel zu voll auf zu wenig Platz, Kinder wurden entgegen aller Vernunft mit durch alle Räume geschleust, an der Kasse elendige Schlangen, und Mütter die erstmal alles zusammenraffen und mitschleppen nur um später zu entscheiden was sie wirklich wollen, und den Rest achtlos auf andere Haufen zu werfen. Und Klamotten-Haufen sind mein Kryptonit beim Einkaufen. Deswegen gehe ich auch nie zu TK Maxx und halte im Kinderzimmer Ordnung nach der KonMari Methode

Auf der anderen Seite müssen Babies wirklich nicht alles neu haben. Gerade Babyspielzeug und Fahrzeuge die nur kurz genutzt werden oder aber teuer sind (Wutschrad, Bobbycar, Holzeisenbahn, Puzzlematte) bevor es wieder langweilig ist und Dinge von denen man einfach wirklich viel braucht (Bücher, Shirts) eignen sich gut für einen Gebrauchtkauf.

5 Tipps die einen Kinderflohmarkt erträglicher machen

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1. Organisierten Kinderflohmarkt aussuchen

Jetzt mag man denken, jeder Kinderflohmarkt sei ja nun irgendwie organisiert – stimmt auch. Was ich meine ist aber die Organisation der Stände. Nämlich, dass es keine einzelnen Verkaufsstände gibt.

Flohmärkte bei denen man an jedem Stand erneut nach der passenden Größe wühlen oder die Bücher durchgucken muss, machen es einem nur unnötig schwer – und es dauert auch viel länger.

Alternativen bieten Kinderflohmärkte, die die Sachen der Verkäufer nach Teilen sortieren. Dazu kriegen die Verkäufer kleine Label und eine Nummer. Darüber statten sie jedes einzelne Stück mit ihrer Verkäufernummer, ggfs. der Größe und dem Preis aus. Die zu verkaufenden Teile werden dann ein paar Tage vorher schon beim Flohmarkt abgegeben. Der Veranstalter, zum Beispiel ein Förderverein einer Kita, sortiert diese dann vor, stellt eine Kasse und zahlt hinterher an die Verkäufer aus (und bekommt dafür einen prozentualen Anteil der Einnahmen).

Dadurch kann man sich sofort zu den Büchern oder den Kleidungsstücken in Größe 74 begeben und dort direkt nach dem schauen, was man sucht. Außerdem kann man dann alles was man kaufen möchte an einer Kasse am Ausgang gesammelt bezahlen.

Online-Flohmärkte wie Mamikreisel kann ich nur bedingt empfehlen: Die Preise sind häufig teuer und man zahlt bevor man sieht was man wirklich bekommt.

2. Früh beim Kinderflohmarkt sein

Wenn der Kinderflohmarkt um 9 Uhr losgeht, sollte man viertel vor 9 da sein. Bei überregional bekannten vielleicht sogar um halb 9. Sicherlich muss man nicht der erste in der Einlassschlange sein, denn es wollen ja auch nicht alle das gleiche kaufen. Aber ein Flohmarkt ist nunmal auch ein Sammelsurium an Einzelstücken, da sind die schönsten Dinge schnell vergriffen.

Außerdem verpasst man so hoffentlich den größten Ansturm. Und es kann wirklich sehr voll werden auf Kinderflohmärkten – und Mütter können zu Furien werden.

Für Schwangere gibt es häufig mit Mutterpass einen früheren Einlass. Das sollte man nutzen, insbesondere wenn einem noch viel für die Erstausstattung (die Babyschale oder der Kinderwagen zum Beispiel) fehlt oder man hochschwanger ist und Platz braucht.

3. Wissen was man vom Kinderflohmarkt braucht

Es muss nicht unbedingt eine detaillierte Einkaufsliste sein, denn so genau weiß man ja nie was es zu kaufen geben wird. Wer aber ungefähr weiß was er sucht, weiß auch wo er als erstes hinmuss. Und wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

An besagtem Samstag lief mein Mann schnurstracks zu den Büchern. Wir waren unter den ersten 20 Gästen des Flohmarktes, und während die anderen Familien noch schnell ihre Kinder- und Bollerwägen parkten hatte er 30 Sekunden Zeit die beiden Tische mit Büchern „in Ruhe“ zu sondieren. Kurz darauf standen 15-30 Leute an den zwei Biertischen und es wurde bereits unübersichtlich. Immerhin hat er 2 sehr schöne Bücher geschnappt – „Rot, grün, gelb oder blau“ zum erlernen der Farben, sowie Gute-Nacht-Geschichten mit dem Sandmann.

4. Kinder zu Hause lassen

Am besten lässt man die Kinder zu Hause, oder aber mit entsprechendem Aufpasser vor der Tür.

Zum einen ist es für sehr kleine Kinder wirklich zu voll. Kinderwägen dürfen meist nicht mit rein, das Kind muss also getragen werden. (Wenn es sein muss also am besten eine Tragehilfe mitbringen, damit die Hände frei bleiben.)

Zum anderen sind Kinder im Spielzeugladen gefährlich für das Portemonnaie, denn sie wollen verständlicherweise gern alles haben was zu Hause an Spielzeug noch fehlt. Viele Kinder wissen natürlich, dass sie nicht alles haben können – aber welche Mama und welcher Papa wollen bei Spielzeugen für 3-5€ schon „nein“ sagen…

5. Zeit für eine Pause einplanen

Die meisten Kinderflohmärkte bieten Kaffee und Kuchen oder Waffeln an. Der Erlös geht dabei meist vollständig an die organisierende Kindertagesstätte, gemeinnützigen Verein oder die Jugendarbeit der Gemeinde. Alles drei ein guter Grund nach der ersten Runde eine Pause einzulegen und einen Kaffee zu trinken.

Aber mehr noch: Die Pause macht auch deshalb Zeit, weil ein großer Teil der Einkaufenden nicht alles kauft was im ersten Moment unter den Arm geklemmt wurde. Wer also nach der Kaffeepause nochmal eine schnelle Runde dreht, findet sicher noch das ein oder andere schöne Teil was zuvor weggeschnappt dann aber doch nicht gekauft wurde.

Zusatz Tipp: 6. Den Mann / die Frau zum Kinderflohmarkt schicken

Klingt lustig. Isses auch. Aber mal im Ernst: Wenn man weiß, was das Kind braucht, kann man auch jemand anderes schicken.

Sicher kann auch das andere Elternteil, die Oma oder die Tante ganz wunderbar Spielzeug oder Kleidung für das Kind aussuchen. Vielleicht gibt es sogar Verwandtschaft oder Freunde die das Wühlen auf Flohmärkten als Spaß und entspanntes Shopping empfinden (zum Beispiel diejenigen, die sich gern durch das Chaos von TK Maxx wühlen).

Mein Mann glaubt mir ja nun, dass Kinderflohmärkte kein entspannter Trödel am See sind. Aber mit fast 2m Körpergröße ist er definitiv besser geeignet sich durch Gedränge zu schieben als ich…

In diesem Sinne: Fröhliches Shopping!

Gehst Du gern auf Kinderflohmärkte und hast noch Tipps? Teile sie gern in den Kommentaren.

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Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

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