Es gibt ja Dinge im Leben, da weiß man erst was man hatte, wenn’s weg ist. Schule war so ein Kandidat – das Leben ohne große Verantwortung. Und wenn man Eltern wird ist es der Schlaf.

Als Kind – so sagt meine Mutter – habe ich „nie“ geschlafen. War dauernd wach, wollte unterhalten werden.
Als Jugendliche wurde es nicht besser. Das Leben war nicht anstrengend genug; Fernsehen bis um halb eins keine Seltenheit – am Wochenende feiern bis um 7h der erste Bus wieder fuhr.
Als Erwachsene änderte sich das.

Wer, wie ich, einen Job hat, den er gern mag, arbeitet viel. Viel arbeiten ist anstrengend. Wer sich außerdem noch als Athlet versteht, und an die 7 Stunden pro Woche trainiert, der braucht guten Schlaf. Schlaf ist wichtig für die Regeneration und wer ausgeschlafen ist, ist Leistungsfähiger.

Schlafentzug hingegen ist eine Foltermethode. Leistung sinkt, lebenswichtige Organe fahren runter, wir werden verrückt. Dem Schlaf sind sogar Gedichte und ganze Bücher gewidmet, so wichtig ist er der Menschheit.

Besonders aber gebe man dem Gehirn das zu seiner Reflexion nötige, volle Maß des Schlafes; denn der Schlaf ist für den ganzen Menschen, was das Aufziehen für die Uhr.

Arthur Schopenhauer

Wenn man das so liest, weiß man: Für die Aufgabe des „Eltern-Seins“ muss man ausgeschlafen sein. Man könnte meinen, die liebe Natur – die auch sonst so voller Ideen und Coups ist – hätte da etwas vorbereitet.

Überraschung! – Sie hat es nicht.

Schlafzombies

Tatsächlich schlafen Neugeborene sehr viel. Gern auch 16 Stunden am Tag. Leider schlafen sie aber selten lange am Stück. Die kleinen verarbeiten enorm viele Informationen und bauen in ihren kleinen Gehirnen Millionen und Abermillionen von neuen Synapsen auf – das ist ermüdend, erfordert aber auch viel Nahrung und viele (wenn für uns auch total banale und langweilige) Eindrücke. Ein Baby kann also gut und gern alle 90 Minuten wach werden und nach Nahrung verlangen – während wir Eltern darauf gepolt sind in längeren Zyklen unsere Ruhe zu finden und nicht dauernd wieder hell wach zu sein – um zu wickeln, füttern, trösten – um von neuem in den Schlaf zu finden.

Was also tun?

Nun, Regel Nummer 1 sollte sein: Schlafe wenn das Baby schläft. Das ist natürlich leichter gesagt als getan – denn soll ich dann auch aufräumen, wenn das Baby aufräumt? Wäsche machen, wenn das Baby bügelt? Duschen, wenn das Baby… Ja, es ist schwer. Aber Unordnung ist weniger schlimm als eine unausgeschlafene Mutter, denn das zehrt noch viel mehr an den Nerven und ist für alle beteiligten tatsächlich auch gefährlich. Um es mit den Worten meiner Hebamme Melli zu sagen: „Ich mache mir mehr Sorgen um eine Familie wenn es zu ordentlich ist, als wenn das Neugeborene die ersten Wochen für Chaos sorgt.“

Ich habe, insbesondere am Anfang, versucht mich an diese Regel zu halten. Wenn ich mit meiner Tochter allein bin schlafe ich jedoch absolut nicht tief, egal wie sicher sie liegt oder wieviel Uhr es ist. Deshalb habe ich den Mann abends (oder zu Beginn als er frei hatte auch tagsüber) allein mit M. im Kinderwagen raus geschickt. So konnte ich tief schlafen, oft länger als die Stunde die der Spaziergang dauerte, da sie danach noch brav im Kinderwagen weiter schlief.

(Übrigens, so sagte mir die Hebamme: Phantomgeschrei hören wenn man duscht oder der Vater / die Oma / der Onkel das erste Mal allein mit dem Baby spazieren gehen ist ganz normal.)

Was habt ihr für Tricks und Tipps um Schlaf zu bekommen? Bitte schreibt es in die Kommentare, wir können sicher alle noch etwas lernen!

 

Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

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