Gerade wenn das Baby Fieber hat oder mit der Beikost begonnen wurde, stellen sich viele Mütter die Frage wann das Baby Wasser zu trinken bekommen sollte. Grundsätzlich gilt: So lange noch keine Mahlzeit durch feste Nahrung ersetzt worden ist, reicht die Flüssigkeit aus Muttermilch / Per-Milch aus. Aber wie immer wenn es um Schwangerschaft und Kinder geht, gibt es auch hier einen kleinen Zusatz mit „kommt drauf an…“

Neugeborene sollten grundsätzlich kein Wasser bekommen. Sie sind mit den auf den Tag verteilten flüssigen Mahlzeiten ausreichend versorgt. Im Gegenteil: Wasser könnte den Bauch füllen und zu einem Sättigungsgefühl beitragen. Das wiederum führt dazu, dass das Baby weniger Milch trinkt und somit weniger Nährstoffe aufnimmt, als es nötig hätte. Erst wenn Beikost dazukommt, kommt Wasser ins Spiel. (Und es sollte möglichst auch Wasser sein – zur Not geht aber auch ungesüßter, nicht zu stark durchgezogener Tee ohne Teein/Koffein, zum Beispiel Fenchel.)

Zu Beginn, wenn alle Reifezeichen vorhanden sind, wird ein Baby, wie auch von der Beikost, nur minimale Mengen an Wasser zu sich nehmen wollen, und das ist auch in Ordnung. Das Baby gewöhnt sich an den Geschmack von Wasser und das trinken, braucht aber auch jetzt noch keine großen Mengen da Milch weiterhin ein wichtiger Nährstoff- und somit auch Flüssigkeitslieferant ist. Wasser (und wirklich Wasser) zu trinken wird im weiteren Lebensverlauf sehr wichtig, daher sagt Kinderärztin Tanya Altman in ihrem Buch „What to feed your Baby“ auch, dass es eine der wichtigsten Gewohnheiten ist, die man seinem Kind mitgeben kann.

Wieviel Wasser sollte mein Baby trinken?

Wie bereits erwähnt ist das Trinken von Wasser am Anfang rein spielerisch. Spätestens ab etwa dem ersten Geburtstag jedoch, wenn das Baby (fast) komplett auf feste Nahrung umgestiegen ist, sollte Wasser dem Baby zur freien Verfügung stehen. Kleinkinder die (Langzeit-)Stillen decken natürlich weiterhin einen Teil des Bedarfes über die Muttermilch – dennoch sollte auch Ihnen Wasser angeboten werden.

Es kann zum Beispiel ein Zauberbecher auf dem Boden oder auf der untersten Stufe des Hochstuhls einen festen Platz haben, wo das Kind sich an frischem Wasser bedienen kann wenn es durstig ist. Sollte ein Kind nicht von alleine trinken, weil es zum Beispiel im Spiel vertieft ist, sollte zu den Mahlzeiten und ab und zu zwischendurch gefragt werden. An heißen Tagen entsprechend öfter.

Können Babies dehydrieren?

Wann sollte mein Baby Wasser trinken?
Wasser – Quell des Lebens

Wenn dein Baby gesund ist und angemessen viel Muttermilch trinkt und in seinen Wachstums- und Gewichtsperzentilen bleibt, ist eine Dehydrierung unwahrscheinlich. Wenn Babies jedoch krank werden und schlapp sind, trinken sie häufig weniger was durchaus zu Dehydrierung führen könnte. Daher sollten kranke Babies häufig angelegt werden oder ihre Pre-Mahlzeiten bei Verweigerung etwas später erneut angeboten bekommen.

Wenn Dein Kind schwach und lethargisch wird, es weniger nasse Windeln hat oder auch Fieber, sollte immer ein Kinderarzt zu rate gezogen werden. Weitere Anzeichen sind Weinen ohne Tränen oder eine eingefallene Fontanelle. Auch hier sollte schnell ein Arzt zu Rate gezogen werden.

Kann Wasser für Babies gefährlich sein?

Während man bei Babies unter einem Jahr kaum Sorge haben muss, dass sie bei entsprechender Milch Zufuhr zu wenig Wasser bekommen, ist zuviel Wasser möglicherweise eine Gefahr.

Das häufigste Problem ist dabei, dass Eltern versuchen die Pre-Milch mit mehr Wasser / weniger Pulver anzurühren, wenn ihre Babies in der Gewichtskurve nach oben abweichen und zu schwer sind. Pre-Milch sollte immer nach Anweisung gemischt werden. Nur dann kann sichergestellt werden, dass das Kind ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird.

Des Weiteren kann es bei zu viel zusätzlichem Wasser zu einer Wasservergiftung kommen. Dabei ist soviel Wasser im Körper, dass das Blut verdünnt wird und so der Natriumwert, der den Blutdruck kontrolliert, absinkt. Um dies auszugleichen nehmen die Zellen – auch das Gehirn – Wasser auf. In Anbetracht des durch Knochen begrenzten Raumes für das Gehirn kann es zu einem Hirnödem mit Symptomen wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Zittern, Bewusstseinsstörung und epileptischen Anfällen kommen. Laut der Website Sillkinder.de ist eine Wasservergiftung nach Fieber die zweithäufigste Ursache für Krämpfe bei Babies. Das ist absolut vermeidbar.

Vollgestillte Babies brauchen auch an heißen Tagen – anders als Kleinkinder – kein Wasser. Wenn es sehr warm ist sollte das Baby öfter die Brust angeboten bekommen, um über mehrere kurze Stillmahlzeiten den Flüssigkeitsbedarf zu decken. Kinder die Pre-Milch bekommen sind ebenfalls an heißen Tagen gut versorgt. Auch bei Hitze sollte Pre-Milch niemals gestreckt werden um den Flüssigkeitsanteil zu erhöhen!

Kurzum: Solange das Baby stillt, lieber öfter anlegen als zuviel Wasser zusätzlich geben.

Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

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