Elternratgeber >Oje ich wachse<

Wir waren im Urlaub und die Entspannung hat uns allen gut getan. Der Mausebär hat die entspannten, sonnigen Tage ihn Spanien genutzt und sich rasant weiter entwickelt. Gekrabbelt wird noch immer nicht, aber gesessen und gehangelt – am liebsten würde Madame loslaufen. Ein Blick in die Tabelle der neuen Fähigkeiten im Ratgeber „Oje, ich wachse – von den 20 Sprüngen in der mentalen Entwicklung ihres Kindes…“ sagt mir: Der 6. Sprung scheint geschafft.

Aber was hat sich bei uns denn nun wirklich getan? Zu jedem Sprung werde ich unsere Erfahrungen teilen – Links zu den weiteren Sprüngen findet ihr am Ende des Artikels.

Die Welt der Kategorien

Mit etwa 8 1/2 Monaten oder auch 37 Wochen kommt es zum 6. Sprung. Dieser führt das Baby in die Welt der Kategorien.

Laut van de Rijt und Plooij verändern sich in dieser Zeit die Hirnströme und auch der Zuckerstoffwechsel des Gehirns beim Kind, auch der Kopfumfang nimmt stark zu. Ein Zeichen für große kognitive Veränderungen. Kein Wunder, dass das Kind Kopf steht.

In diesem Sprung kommt es häufig zu den ersten Wutanfällen und den ersten Albträumen. Das Kind will allein aber es kann eben noch nicht immer; Windel wechseln und an-/ausziehen werden schnell mal zur Tortur. Auch werden viele Kinder ruhiger – sowohl was Laute als auch was die Bewegung angeht.

Mama, Mama, mehr Mama!

Auch in diesem Sprung möchte das Baby oft zur Mama. Die Welt steht Kopf und vertrautes gibt Halt. In Kombination mit den neuen motorischen Fähigkeiten fangen die Kinder an, sich an Hosenbeinen und Rockzipfeln hoch zu ziehen oder im Vierfüßlerstand die Ärmchen auszustrecken. „Mama, Arm!“

Was gibt’s Neues?

Die Welt der Kategorien erlaubt es Kindern nun über den Familienzusammenhang hinaus die Welt zu sortieren und zu ordnen. Es lernt nun, dass Hunde nicht immer gleich aussehen oder gleich klingen aber eben doch alles Hunde sind. Fußbälle, Tennisbälle, O-Ball – Alles ist ein Ball und wird als solches erkannt. Wir haben eine Puppe namens Gerda, die fast gleich in einem Buch abgebildet ist. M. erkennt das und findet es lustig. SO kann man auch prima Spiele erfinden, wie sie zum Beispiel beim Blog „Gewünschtestes Wunschkind“ erklärt werden: Man schaut Bilderbücher mit einzelnen Gegenständen auf den Seiten an. Für jeden Gegenstand gibt es ein passendes Gegenstück in einer Kiste, das herausgesucht und auf der Buchseite abgelegt werden kann. Kinder fangen in der Zeit auch oft an bei Nachfrage auf die richtigen Dinge zu zeigen – „Wo ist der Hund?“ zum Beispiel, oder „Wo ist der Papa?“.

Sogar die ersten Laut-Worte wie „Da!“, „Wauwau“ oder „Papa“ kann das Baby nachsprechen. Wenn der „richtige“ Laut noch nicht klappt, können trotzdem Mitmenschen und Verwandte angesprochen werden – jeder bekommt seinen Laut. Zur Not wird aus dem Papa eben der Dada. So fängt das Baby nun auch spiele an, und macht bei Reaktion der Bezugsperson weiter oder andere Dinge die es lustig findet (bei uns zum Beispiel Kopf schief legen, winken, oder abklatschen).

Mit vielen kognitiven Fähigkeiten kommen auch neue Bewegungsmuster dazu. Da aber auch nicht immer alles so klappt wie gewünscht, durchaus auch Gefühle die das Baby nun genauer erkennen kann. Minutenlanger, auch nächtlicher Vierfüßlerstand mit Wippen ist keine Seltenheit. Wenn das Krabbeln oder frei stehen dann „trotzdem“ nicht klappt kann auch ein Baby frustig werden und dies lauthals mitteilen.

Erkunden ist nun das allerwichtigste

Um etwas in Kategorien einzuteilen, muss man die Möglichkeit haben Kategorien zu erkennen und die einzelnen Dinge genau zu untersuchen. Deshalb ist das Erkunden in dieser Phase so unheimlich wichtig und sollte dem Kind so viel wie möglich erlaubt werden.

Es ist natürlich nicht nur beruhigend, wenn man weiß dass das Kind nun krabbeln will und sich hochzieht, aber eben auch mal umfällt wenn man es gleichzeitig „einfach mal machen“ lassen möchte. Es ist eine Zeit in der mann eigentlich immer irgendwie daneben stehen muss, aber möglichst wenig eingreifen sollte. Grad so nah, im Notfall zu fangen – aber doch so weit dass man nicht dauernd das Erkunden mit Fingerchen und Mund unterbindet (auch nicht durch Ansprechen).

Schön ist es nun mit Fühlbüchern, Bauklötzen und ähnlichem zu spielen. Was ist nah, was ist fern? Was ist eins, was sind viele? Wie fühlt sich weich an, und was piekst? Auch gemeinsames Singen und Reimen macht Spaß, denn auch Geräusche sind zuzuordnen.

Das ist alles ganz schön viel – geben Sie ihrem Kind die Zeit die es braucht. Der Mausebär krabbelt zum Beispiel noch nicht, robbt aber und brabbelt vor sich hin. Steht und lacht und macht was vor. Man kann eben nicht alles auf einmal lernen. Außerdem macht soviel neues auch mal Angst und müde, während an Schlaf vor lauter Spannung und Bewegungsdrang kaum zu denken ist. Man sollte das ganz gelassen nehmen. In ein paar Wochen ist der Spuk vorbei und dann fragt man sich, wo die Zeit geblieben ist. Sind die Babies doch nach diesem Sprung plötzlich so groß.

Die nächsten Sprünge laut „Oje, ich wachse“

Ich werde weitere Artikel zu den einzelnen Sprüngen schreiben, wenn wir diese mit unserer Tochter durchleben, damit ich ein Gefühl dafür habe, was sich im Vergleich zu den im Buch angegebenen Informationen wirklich getan hat. Ich werde diese hier Stück für Stück verlinken – bis wir beim 10. Sprung ankommen, dauert aber noch eine Weile.

  1. Sprung: Ein Sprung in der Reife (5 Wochen)
  2. Sprung: Die Welt der Muster (8 Wochen)
  3. Sprung: Die Welt der „fließenden Übergänge“ (12 Wochen)
  4. Sprung: Die Welt der Ereignisse (19 Wochen)
  5. Sprung: Die Welt der Zusammenhänge (6 Monate)
  6. Sprung: Die Welt der Kategorien (8-9 Monate)
  7. Sprung: Die Welt der Reihenfolgen (11 Monate)
  8. Sprung: Die Welt der Programme (13 Monate)
  9. Sprung: Die Welt der Prinzipien (15 Monate)
  10. Sprung: Die Welt der Systeme (17 Monate)

In dem Artikel zu diesem Sprung beziehe ich mich auf den bekannten Ratgeber von Hetty and de Rijt und Frans X. Plooij. Als ich diesen Blog kreiert habe, habe ich das Buch „Oje, ich wachse rezensiert – den Artikel findet ihr hier. „Oje, ich wachse“ ist eins der meistverkauften Elternbücher der letzten Jahre, und liegt bei fast jeder jungen Mutter oder jungem Vater irgendwo zwischen Nachttisch und Wickelkommode. Der Ratgeber „Oje, ich wachse – von den 20 Sprüngen in der mentalen Entwicklung ihres Kindes…“ von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij. Der Ratgeber ist so beliebt, dass es mittlerweile schon weitere Bücher in der Reihe gibt, zum Beispiel zum Thema Durchschlafen, als Praxisbuch mit Spielen, oder auch als Tagebuch zur Aufzeichnung der eigenen Erlebnisse in den Sprüngen.

Das Buch ist im Mosaik Verlag erschienen und kostet je nach Ausgabe zwischen 10€ und 25€. Die aktuell neuste Ausgabe von 2019 könnt ihr auf Amazon hier bestellen.


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Ich habe das Buch „Oje ich wachse“ selbst gekauft und selbst bezahlt.

Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

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