Elternratgeber >Oje ich wachse<

Die Laune ist wieder etwas besser geworden, im Hause Mausebär. Zumindest ein bisschen. Der Krabbel-Frust ist immer noch groß und es wird gefremdelt, aber ich glaube der 5. Sprung ist durch. Oder?! Bitte lass ihn durch sein! …Nungut: Ein Blick in die Tabelle der neuen Fähigkeiten im Ratgeber „Oje, ich wachse – von den 20 Sprüngen in der mentalen Entwicklung ihres Kindes…“ lässt es mich hoffen.

Aber was hat sich bei uns denn nun wirklich getan? Zu jedem Sprung werde ich unsere Erfahrungen teilen – Links zu den weiteren Sprüngen findet ihr am Ende des Artikels.

Die Welt der Zusammenhänge

Ein paar Wochen bevor das Baby 6 Monate alt ist, wird wieder genörgelt. Bei uns war es auch etwa pünktlich, wurde aber zum korrigierten Datum nochmal heftiger und hielt auch einige Wochen an. Der Mausebär ist mittlerweile 7 Monate alt – korrigiert aber „nur“ 6 1/2 – es ist also alles ganz passend.

Im 5. Entwicklungssprung lernt das Baby laut van de Rijt und Plooij die Welt der Zusammenhänge kennen. Das heißt auch, das die Kinder lernen dass Dinge (und auch Menschen) in einem räumlichen Abstand zueinander stehen der sich verändern kann. Geht Mama also auf Klo, wird der Abstand größer, und das macht Angst. Folglich wird geweint, denn dem Unmut muss Raum gegeben werden und das Kind will sich bemerkbar machen. Kommt Mama daraufhin wieder näher, fühlen sie sich mit jedem Schritt sicherer.

Auch Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge werden erkannt und folglich auch wiederholt geprobt. Das Baby wirft den Löffel nicht runter, um Papa zu ärgern – das Baby macht Experimente mit Gravitation: Lasse ich los, fällt es runter. So ähnlich läuft es mit anderen Zusammenhängen: Drückt Mama den Frosch, quakt er. Hau ich gegen die Stapelkisten, fallen sie um. Kneife ich meinen Cousin, wird er laut. Und so weiter…

Mama, Mama, mehr Mama!

Die Kinder verstehen dass man als Familie zusammengehört. Sie verstehen dass Oma und Opa zusammen auftauchen, und der Cousin mit Tante und Onkel. Auch dass Mama und Papa zusammengehören weiß es, und dass es selbst ebenso dazugehört. Entsprechend mag es Menschen die nicht dazugehören nicht besonders. Es fremdelt – manchmal dummerweise auch gegenüber Papa oder Opa, was sehr frustrierend sein kann.

Fremdeln in der Kombination mit hohem Bindungsbedürfnis / Trennungsangst machen den Alltag in diesem Sprung ziemlich kompliziert. Mama ist oft die einzige die Trösten kann, da sie häufig Bindungsperson Nummer 1 ist.

Was gibt’s Neues?

Auch dieser Sprung fängt wie alle anderen vorher an: Das Baby ist verwirrt und knatschig. Unsere Maus – die eh schon recht schlank ist – wollte außerdem weniger essen und schlafen. Eine ziemlich explosive Kombination.

Was die neuen Fähigkeiten angeht, so habe ich das Gefühl wir rücken mit jedem Sprung ein Stück weiter weg von den Angaben. Vielleicht liegt es auch daran, dass es immer größere Meilensteine sind – dann ist es natürlich viel auffälliger wenn einer davon noch nicht erreicht ist (eg. hochziehen, sitzen, robben oder ähnliches). Allerdings ist unsere Maus auch wieder sehr viel wacher und aufmerksamer. Sie winkt allem und jedem in dem sie ihr Händchen ausstreckt und auf und zu macht, freut sich wenn ich etwas in einer Stapelkiste verstecke oder ein Tier ein Geräusch macht. Sie quietscht und brabbelt, und ich glaube weiterhin dass Sprechen und Laute ihr einfach viel wichtiger sind als Bewegung. Musik beruhigt sie schlagartig, sie liebt es zu tanzen oder wenn wir singen.

Auch isst sie immer mehr und besser. Sie stillt weiterhin auch tagsüber viel und mich stört das nicht – es sind kurze Auszeiten die gut tun, wenn es sonst viel Geschrei gibt. Sie mag alles, probiert alles und spielt wenn sie auf unserem Schoß sitzt auch schonmal mit einem Stück Babybrot „selber essen“. Es klappt so mittelmäßig aber sie liebt es. Der größte Renner zur Zeit ist kalte Honigmelone zum ausnuckeln. Die kalte Melone scheint ihrem Kiefer gut zu tun, auch wenn noch kein Zahn zu sehen ist.

Zwischen Frust und Panik

Den größten Kampf hatten wir aber beim Windeln wechseln: Schon das Ablegen auf der Kommode resultiert in großem Gezeter. Es wird sich gedreht und gewendet, nach frischen Windeln gegriffen, in die volle Windel getreten, geheult, geschrieen, aufgebäumt… Ich machte drei Kreuze wenn dieser Kampf komplett vorbei ist, im Moment ist es viel besser aber so richtig einfach ist es immer noch nicht wieder.

Robben oder Krabbeln kann sie noch nicht. Und das frustet sie sehr. Sie zappelt mit den Beinchen, stampft richtig auf wenn man sie dann endlich hochhebt. Sie will unbedingt vorwärts aber es klappt nicht. Die Nase schrubbt über den Boden, oder die Beine rutschen weg. Es ist vermutlich der größte Grund für ihre Nörgelei zur Zeit. Das, und wenn ich aus versehen zu weit weg gehe (und da können schon 2m bis zur Küche reichen).

Es war für mich der bisher anstrengendste Schub, und für meinen Mann der frustrierendste. Wenn man von der Arbeit heimkommt und das müde Baby einen ablehnt, dann schmerzt das auch den coolsten Papa der Welt. Auch das geht vorbei – Durchhalten liebe Papas, Omas und/oder Opas!

Die nächsten Sprünge laut „Oje, ich wachse“

Ich werde weitere Artikel zu den einzelnen Sprüngen schreiben, wenn wir diese mit unserer Tochter durchleben, damit ich ein Gefühl dafür habe, was sich im Vergleich zu den im Buch angegebenen Informationen wirklich getan hat. Ich werde diese hier Stück für Stück verlinken – bis wir beim 10. Sprung ankommen, dauert aber noch eine Weile.

  1. Sprung: Ein Sprung in der Reife (5 Wochen)
  2. Sprung: Die Welt der Muster (8 Wochen)
  3. Sprung: Die Welt der „fließenden Übergänge“ (12 Wochen)
  4. Sprung: Die Welt der Ereignisse (19 Wochen)
  5. Sprung: Die Welt der Zusammenhänge (6 Monate)
  6. Sprung: Die Welt der Kategorien (8-9 Monate)
  7. Sprung: Die Welt der Reihenfolgen (11 Monate)
  8. Sprung: Die Welt der Programme (13 Monate)
  9. Sprung: Die Welt der Prinzipien (15 Monate)
  10. Sprung: Die Welt der Systeme (17 Monate)

In dem Artikel zu diesem Sprung beziehe ich mich auf den bekannten Ratgeber von Hetty and de Rijt und Frans X. Plooij. Als ich diesen Blog kreiert habe, habe ich das Buch „Oje, ich wachse rezensiert – den Artikel findet ihr hier. „Oje, ich wachse“ ist eins der meistverkauften Elternbücher der letzten Jahre, und liegt bei fast jeder jungen Mutter oder jungem Vater irgendwo zwischen Nachttisch und Wickelkommode. Der Ratgeber „Oje, ich wachse – von den 20 Sprüngen in der mentalen Entwicklung ihres Kindes…“ von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij. Der Ratgeber ist so beliebt, dass es mittlerweile schon weitere Bücher in der Reihe gibt, zum Beispiel zum Thema Durchschlafen, als Praxisbuch mit Spielen, oder auch als Tagebuch zur Aufzeichnung der eigenen Erlebnisse in den Sprüngen.

Das Buch ist im Mosaik Verlag erschienen und kostet je nach Ausgabe zwischen 10€ und 25€. Die aktuell neuste Ausgabe von 2019 könnt ihr auf Amazon hier bestellen.


In diesem Artikel sind Affiliate Links des Amazon Partnerprogramms enthalten. Solltest Du das beschriebene Produkt über einen dieser Links erwerben, bekomme ich eine kleine Provision die in den Erhalt der Website fließt. Für dich entstehen dadurch keinerlei Kosten – der Preis des Produktes bleibt gleich. Ich danke Dir dass Du mich und mein Hobby „Windeln und Workouts“ bei Nutzung der Links unterstützt.
Ich habe das Buch „Oje ich wachse“ selbst gekauft und selbst bezahlt.

Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

Write A Comment

CommentLuv badge