Ich habe in der Schwangerschaft – und noch zwei Wochen bis vor der Geburt – im Schnitt vier mal die Woche Crossfit trainiert. In der Crossfit Box haben sich alle schnell an meine Schwangerschaft gewöhnt und die Trainer haben mich super unterstützt. Trotzdem musste ich mir nicht selten anhören, dass ich das alles gar nicht dürfe, sicherlich mir und dem Baby schade, und überhaupt…
Ich habe versucht das Gequatsche zu ignorieren – in der Schwangerschaft macht man sowieso alles falsch und alles richtig, je nachdem wen man fragt (ich nenne das Schrödingers Schwangerschaft). Dennoch ist mir das Oblaten-dünne Halbwissen der Leute auf den Keks gegangen, und deshalb möchte ich meine Erfahrungen und auch das Wissen das ich mir angeeignet habe teilen. In diesem und weiteren Artikeln, sowie in möglichst naher Zukunft per e-book.

Wie viel habe ich trainiert?

Turnschuhe und Kettlebell
Photo by Maria Fernanda Gonzalez on Unsplash

Meist ein klassisches WOD („Workout of the Day“), einen Kurs mit Fokus auf Beweglichkeit und Dehnung („Joint Mobility“ oder „RoM WOD“ – Range of Motion WOD), ein Team-WOD in dem man zu zweit antritt, und eine auf Kraft und klassisches Gewichtheben fokussierte Klasse.

Das klingt erstmal nach viel – defacto war das aber weniger als ich vor meiner Schwangerschaft trainiert habe. Im Jahr 2017 habe ich in der Eishockey Damen-Bezirksliga gespielt (wenn auch mit mäßigem Erfolg…) und dafür regelmäßige Trainingseinheiten gehabt. Außerdem habe ich für einen (dann auch erfolgreich absolvierten) Triathlon im September und eine Kilimanjaro-Besteigung im November trainiert – und Crossfit stand trotzdem auch schon rund 4 mal die Woche auf dem Plan.

Wer schon vor der Schwangerschaft viel trainiert hat kann (und sollte den neusten Studien zufolge auch) weiter fleissig sein, aber die Intensität eventuell anpassen. Alles andere würde Körper und Seele schaden.
Wer vorher nicht gesportelt hat, sollte in der Schwangerschaft keinen Marathon anstreben – etwas Bewegung im Alltag tut aber auch dem Couch-Potato-Körper gut.

Was habe ich trainiert?

Wie im vorherigen Absatz beschrieben, habe ich das Training in der Schwangerschaft im Wesentlichen auf Crossfit beschränkt, gepaart mit ein wenig Schwimmen und spazieren gehen.

Eishockey und Rennrad fahren habe ich, sobald ich von der Schwangerschaft wusste, aufgegeben. Die Verletzungsgefahr durch Sturz oder Puck war mir einfach zu hoch.

Rudermaschine
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Das Training in der Crossfit Box habe ich nach und nach an meine Schwangerschaft, mein Körpergefühl, und den Rat von Profis angepasst. Das heißt, dass ich – weil es ziemlich schnell ziemlich unangenehm war, sehr zügig Laufen durch das Ruderergometer ersetzt habe. Später wurde wegen des Bauches auch dies unangenehm, also ging es ab auf das Fahrradergometer (Assault Bike – also eigentlich viel gemeiner!). Springen habe ich, wo möglich, sein gelassen oder stark reduziert. Dies habe ich vor allem deshalb getan, weil die Verletzungsgefahr durch die weicheren Bänder und Gelenke erhöht ist – Schwanger mit Bänderriss, das muss nicht sein. Isolierte Bauchmuskelübungen sind ebenfalls ziemlich früh an den Nagel gehangen worden.

Genaue Details zu Austauschmöglichkeiten von einzelnen Übungen werde ich in zukünftigen Artikeln beschreiben. Ich arbeite außerdem an einem E-Book zum Thema, da ich sicherlich nicht die einzige Frau bin die in der Schwangerschaft fit bleiben will.

Wie habe ich mich gefühlt?

Yoga im Sonnenaufgang
Photo by Dave Contreras on Unsplash

Ausgeglichen! …um es mit einem Wort zu sagen.

Nachdem die sehr unangenehme Übelkeit ab ca. Schwangerschaftswoche 15 weg war, hatte ich bis kurz vor Schluss eine sehr entspannte und schöne Schwangerschaft. Der Sport gab mir die nötige Bewegung, aber auch mentalen Ausgleich. Man ist bei sich, entscheidet nur für sich, hört und sieht nix anderes wenn man die Langhantel bewegt.

Gute 2 Wochen vor M.s Geburt habe ich plötzlich massive Wassereinlagerungen zugelegt. Die haben gestört, weil meine Füße dadurch sehr geschwollen waren. Es waren über 35 Grad hier in Köln und ich fühlte mich dadurch dann doch sehr unbeweglich. Außerdem hat der erhöhte Wasserspiegel meinen Blutdruck erhöht. Darum habe ich in diesem Moment aufgehört zu trainieren, und das war auch richtig und in Ordnung. Das wichtigste ist, auf den eigenen Körper zu hören und zu machen was sich gut anfühlt – nicht was andere für richtig halten.

Crossfit in der Schwangerschaft – Fazit

Photo by Dave Contreras on Unsplash

Ich würde es wieder genauso machen. Ich bin mir sicher, und meine Hebamme bestätigte es, dass der Sport mir nicht nur während der Schwangerschaft selbst gut getan sondern mir auch unter der Geburt enorm geholfen hat.

Die Geburt war zwar etwas ruppig, aber sehr schnell und das verdanke ich auch der seelischen und muskulären Kraft die ich hatte.
Ohne Sport wäre ich sicher nicht so entspannt in den Kreißsaal gegangen und hätte auch nicht so zügig so viel Kraft in die Wehen legen können.

Crossfit während der Schwangerschaft war für mich genau das richtige.

Wie habt ihr es in der Schwangerschaft mit Sport gemacht? Trainiert? Oder Ruhe gehalten? Erzählt es mir in den Kommentaren!


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Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

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