Irgendwie ging es jetzt ganz schnell. Plappern, frei stehen, auch Abends abstillen und dann auch noch der 9. Sprung. Ein Blick in die Tabelle der neuen Fähigkeiten im Ratgeber „Oje, ich wachse – von den 20 Sprüngen in der mentalen Entwicklung ihres Kindes…“ sagt mir: Der Mausebär gelangt nun in die „Welt der Prinzipien“.

Aber was hat sich bei uns denn nun wirklich getan? Zu jedem Sprung werde ich unsere Erfahrungen teilen – Links zu den weiteren Sprüngen findet ihr am Ende des Artikels.

Die Welt der Prinzipien

Mit knapp über einem Jahr (oder auch rund 64 Wochen) begeben wir uns also wieder auf eine spektakulär nörgelige Reise in eine neue Welt. Diese Welt ist die der Prinzipien.

Laut van de Rijt und Plooij können nun die Programme des letzten Sprungs überdacht werden. Das Kind kann darüber nachdenken und die gelernten Programme abändern. Im Grunde hat unser Mausebär nun also gelernt, zu planen und sich zu überlegen wie an einfache Aufgaben heranzugehen ist.

So viel Freude, soviel Wut

Kann ein so kleines Wesen schon verstehen, dass man Papa noch fragen könnte wenn man nicht bekommt was man von Mama haben wollte? Wie sich herausstellt: Ja. Ich konnte es gar nicht glauben. Wenn wir das Programm „In die Heia gehen“ gestartet haben, hat M. erstmal brav mitgemacht. Bis die Milch alle war. Ab da wurde nach Papa gerufen, sich aus den Armen gewunden und an der Kinderzimmertür geklopft um Rettung zu rufen. Papa liest nämlich immer viel länger vor als Mama. 

Auch das Wort „bitte“ nimmt nun ganz neuen Raum ein. So ist es nicht mehr einfach ein Spiel „bitte“ und „danke“ zu sagen wenn man etwas bekommt oder abgibt, sondern man kann damit betteln. Noch ein Keks? Biiiiitteeeeeeeeee!

Auch der berühmt-berüchtigte Wutanfall ist in dieser Zeit keine Seltenheit. Sicherlich manchmal, weil etwas eingefordert wird was man nicht bekommt (noch einen Keks), aber auch oft weil das Kind nicht versteht warum das Elternteil oder Geschwisterkind so reagiert wie es das tut – vielleicht wissen es die Eltern selbst nicht genau, weil sie gar nicht verstehen was das Kind möchte. So ist so ein Wutanfall auch für mich als Mutter manchmal schwer auszuhalten, weil ich gern helfen würde aber nunmal die „Banane auch nicht wieder zusammensetzen“ kann, wie es beim Blog „Das Gewünschteste Wunschkind“ so schön erläutert wird. Mehr als ihr gut zuzusprechen dass ich verstehe, dass sie traurig ist weil sie einen anderen Plan hatte kann ich allerdings oft nicht für sie tun.

Probieren ist studieren

In diesen Sprung wird viel ausprobiert. Nun gut, das Essen hat unser Mausebär auch vorher schon gern runtergeworfen – aber nun kommt noch mehr dazu. Sie stellt ihre Flasche weg, wenn sie nicht trinken will. Lässt Duplo-Figuren eine kleine Rutschbahn runter rutschen und ruft dabei „hui!“. Verlangt, dass der Papa die Bücher schneller mit ihr anschaut, weil danach die Mama kommt. Schiebt die Stapelkisten zusammen um raufzusteigen und ans Regal zu kommen. Etc… 

Im Kindergarten lernt M. nun zu teilen. Das klappt mal mehr mal weniger gut. Immer besser klappt dafür „ei“-machen und Küsschen geben. Stundenlang möchte sie ihre Cousine mit Küsschen und Streicheleinheiten beglücken. Ebenso ihren Kindergartenfreund T. Den Bagger nimmt sie ihrem Kumpel allerdings trotzdem ab, auch wenn dieser ihn zuerst hatte. Man muss halt alles üben – auch teilen.

Wenn Kinder hauen, kratzen oder beißen – was bei uns bisher zum Glück kaum vorkam außer mal ein etwas rabiateres „ei“ – hilft eigentlich nur Ruhe bewahren. Zuviel „Nein!“ in zu vielen Situationen verwirrt mehr, und laut werden oder rasend ist spannend anzusehen. Ich habe mir bei einer Freundin abgeschaut, dass Kind aus der Situation rauszunehmen und ganz ruhig zu erklären dass dieses Verhalten nicht nett ist und den Freund / die Mama traurig macht. Dann zeige ich ihr nochmal wie man „sanft ei“ macht und erkläre ihr, dass wir am besten immer „sanft ei“ machen. Oft gehen wir dann zurück und machen nochmal „sanft ei“ zur Entschuldigung.

Abenteuer Pappkarton

Den Sprung um Weihnachten rum zu erleben war in sofern spannend, als dass sie das auspacken der Geschenke schnell verstanden hat und wir den ein oder anderen großen Karton im Haus haben, der als Flugzeug, Schiff, Häuschen und Puppentheater fungiert hat. Einsteigen, aussteigen, Deckel zu wenn man drinsitzt, Deckel zu wenn die Puppe drinsitzt. Duplo zusammenbauen. Duplo rein. Duplo raus. Duplo auseinander. Duplo rein. Duplo raus. Am besten mit Musik dazu.

Auch die alte Puppenstube die noch bei meinen Eltern stand, bestehend aus einem Bettchen und einem Schränkchen, sind ein highlight. Passe ich in das Bett von Puppe Jim? Und passt mir Jim’s Mütze? Hier wird alles getestet, und meistens macht es Spaß – auch wenn es hier zur Zeit oft laut wird.

Die nächsten Sprünge laut „Oje, ich wachse“

Ich werde weitere Artikel zu den einzelnen Sprüngen schreiben, wenn wir diese mit unserer Tochter durchleben, damit ich ein Gefühl dafür habe, was sich im Vergleich zu den im Buch angegebenen Informationen wirklich getan hat. Ich werde diese hier Stück für Stück verlinken – bis wir beim 10. Sprung ankommen, dauert aber noch eine Weile.

  1. Sprung: Ein Sprung in der Reife (5 Wochen)
  2. Sprung: Die Welt der Muster (8 Wochen)
  3. Sprung: Die Welt der „fließenden Übergänge“ (12 Wochen)
  4. Sprung: Die Welt der Ereignisse (19 Wochen)
  5. Sprung: Die Welt der Zusammenhänge (6 Monate)
  6. Sprung: Die Welt der Kategorien (8-9 Monate)
  7. Sprung: Die Welt der Reihenfolgen (11 Monate)
  8. Sprung: Die Welt der Programme (13 Monate)
  9. Sprung: Die Welt der Prinzipien (15 Monate)
  10. Sprung: Die Welt der Systeme (17 Monate)

In dem Artikel zu diesem Sprung beziehe ich mich auf den bekannten Ratgeber von Hetty and de Rijt und Frans X. Plooij. Als ich diesen Blog kreiert habe, habe ich das Buch „Oje, ich wachse rezensiert – den Artikel findet ihr hier. „Oje, ich wachse“ ist eins der meistverkauften Elternbücher der letzten Jahre, und liegt bei fast jeder jungen Mutter oder jungem Vater irgendwo zwischen Nachttisch und Wickelkommode. Der Ratgeber „Oje, ich wachse – von den 20 Sprüngen in der mentalen Entwicklung ihres Kindes…“ von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij. Der Ratgeber ist so beliebt, dass es mittlerweile schon weitere Bücher in der Reihe gibt, zum Beispiel zum Thema Durchschlafen, als Praxisbuch mit Spielen, oder auch als Tagebuch zur Aufzeichnung der eigenen Erlebnisse in den Sprüngen.

Das Buch ist im Mosaik Verlag erschienen und kostet je nach Ausgabe zwischen 10€ und 25€. Die aktuell neuste Ausgabe von 2019 könnt ihr auf Amazon hier bestellen.


 

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Ich habe das Buch „Oje ich wachse“ selbst gekauft und selbst bezahlt.

 

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Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

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