Elternratgeber >Oje ich wachse<

Rasend schnell geht es weiter. Wir packen Kisten, planen unseren Umzug, gewöhnen den Mausebär in der KiTa ein und ganz nebenbei kommt ein neuer Schneidezahn durch. Die Entwicklung zeigt uns jeden Tag eine neue tolle Fähigkeit. Ein Blick in die Tabelle der neuen Fähigkeiten im Ratgeber „Oje, ich wachse – von den 20 Sprüngen in der mentalen Entwicklung ihres Kindes…“ sagt mir: Der 7. Sprung scheint geschafft.

Aber was hat sich bei uns denn nun wirklich getan? Zu jedem Sprung werde ich unsere Erfahrungen teilen – Links zu den weiteren Sprüngen findet ihr am Ende des Artikels.

Die Welt der Reihenfolgen

Mit Rund 10.5 Monaten oder auch knapp 46 Wochen ist es wieder soweit. Das Baby hat eine neue Welt für sich erkundet: Die Welt der Reihenfolgen.

Laut van de Rijt und Plooij ist dies der Schritt in die Welt des intelligenten Handelns. Denn dem Baby wird nun klar, dass man manche Dinge in einer bestimmten Reihenfolge tun muss damit es funktioniert. Joghurt vom Löffel schmeckt prima, aber er kommt eben nur auf den Löffel wenn man diesen vorher in den Becher tunkt und dann zum Mund führt – möglichst ohne ihn vorher nochmal umzudrehen.

Erkunden und teste

Drücke ich auf eine Taste, macht das Klavier einen Ton. Blättere ich die Pappseite um, zeigt mir das Buch ein neues Bild. Ziehe ich am Schnürsenkel, geht die Schleife auf. Schiebe ich die Tür an macht es klack und sie ist zu. Schlüssel werden aus Schlössern gezogen oder wieder reingesteckt. Stifte malen. (Hier hat sich ein Aquadoodle echt bewährt!)

Es gibt unendlich viele dieser Kombinationen die nun immer wieder neu ausgetestet werden. Und man sollte sein Kind testen lassen, wenn es nicht gefährlich werden kann. Klar, Joghurt Löffeln macht Sauerei – aber: Die sollte man in Kauf nehmen. Laut Remo H. Largo in seinem Erfolgsbuch „Babyjahre“ kann man diese Lernphase des selbstständigen Essens auch gar nicht verschieben. Auf dem Blog des Gewünschtesten Wunschkind kann man auch nochmal prima nachlesen, warum nur „selber machen lassen“ das Kind wirklich weiter bringt.

Was gibt’s Neues?

Der Mausebär hat plötzlich wesentlich mehr Interessen an Spielzeugen die vorher noch zu schwierig oder für sie einfach irrelevant waren. Alles womit sie eine Reaktion hervorrufen kann, wie am Klavier oder der Stapelpyramide, wird plötzlich mit einer ganz anderen Aufmerksamkeit betrachtet und angefasst. Die Kugel-Kullerbahn unseres Nachbarn ist der absolute Megahit.

Auch die Hausarbeit die ich erledige während sie zuschaut ist plötzlich nicht mehr nur nervige „Mama spielt nicht mit mir“-Zeit sondern durchaus interessant. Ich schiebe die laute Höllenmaschine unter dem Tisch entlang und wie von Zauberhand verschwinden die Krümel und Käsestückchen. Geschirr verschwindet in Schränken. Und Tupperdosen in Schubladen die man prima direkt wieder ausräumen kann.

Gemeinsames spielerisches Nutzen von einfachen Gebärden macht im Moment auch besonders viel Spaß. Wir winken, klatschen und zeigen wie groß wir sind. Mal mit Musik, mal zwischen durch einfach so. Selbst die Nachbarskinder wissen mittlerweile wie gut die Maus darauf reagiert und kommen angelaufen und klatschen oder winken ihr zu.

M. versucht mittlerweile auch alleine auf ihr Schaukeltier zu klettern und sich anzuschaukeln. Auch das Konzept der Höhe eines Sofas ist ihr mittlerweile bewusst. Das Kommando „Rückwärts, Füsse zuerst“ oder auch „Achtung, Finger“ klappt leider noch nicht so richtig – insbesondere in Anbetracht des mittlerweile extrem schnellen Krabbelns kann man das Kind im Moment also buchstäblich keine Sekunde aus den Augen lassen.

Achtung! Vorsicht! Nein!

Das Kind kann in diesem Alter wirklich viel. Es platzt fast vor Neugier und Bewegungsdrang, und es ist wirklich eine Freude dies zu beobachten. Gefahren einschätzen können gehört aber noch nicht zum Repertoire eines Babys – selbst einem Kleinkind fällt dies noch sehr lange schwer. Spätestens jetzt sollte die Wohnung also kindersicher sein, falls man sich auch mal kurz wegdrehen können möchte.

Steckdosen sind schnell mit kleinen Steckern gesichert. Das ist nicht teuer und wahrscheinlich das einfachste was man an Kindersicherung machen kann.

Putzmittel, Waschmittel, Toilettenbürste, Putzlappen und Mülleimer ziehen Kinder magisch an. Die Flaschen sind bunt, auf den Bildern ist oft Obst zu sehen – und mit fast einem Jahr bekommen kleine Kinder diese Flaschen oder Dosen auch geöffnet. Da die Inhaltsstoffe giftig sind müssen alle (wirklich alle!) Gegenstände dieser Art unerreichbar sein. Klar sieht eine Toilettenbürste auf der Ablage an der Dusche nicht schön aus – aber am Boden ist sie zu nah am Mund.

Auch der Zugang zu Altglas gehört abgeschlossen und Waschmaschine und Trockner immer zumachen. Eine Waschmaschine sieht aus wie ein prima Versteck zum reinklettern, ist aber luftdicht wenn die Tür zu ist. Die Erstickungsgefahr ist groß, auch noch bei etwas älteren Kindern die im Spiel die Tür zumachen.

Zu guter Letzt möchte ich außerdem noch an Treppengitter erinnern, den ein Treppensturz ist selbst bei Erwachsenen noch unheimlich gefährlich. Ein Kind hingegen kann sich nichtmal bewusst abrollen oder abfangen.

Das klingt alles sicherlich heftig und schwarzmalerisch, aber eigentlich ist das ganze nicht viel Aufwand und auch nicht ewig nötig. Better safe than sorry, my dears.

Die nächsten Sprünge laut „Oje, ich wachse“

Ich werde weitere Artikel zu den einzelnen Sprüngen schreiben, wenn wir diese mit unserer Tochter durchleben, damit ich ein Gefühl dafür habe, was sich im Vergleich zu den im Buch angegebenen Informationen wirklich getan hat. Ich werde diese hier Stück für Stück verlinken – bis wir beim 10. Sprung ankommen, dauert aber noch eine Weile.

  1. Sprung: Ein Sprung in der Reife (5 Wochen)
  2. Sprung: Die Welt der Muster (8 Wochen)
  3. Sprung: Die Welt der „fließenden Übergänge“ (12 Wochen)
  4. Sprung: Die Welt der Ereignisse (19 Wochen)
  5. Sprung: Die Welt der Zusammenhänge (6 Monate)
  6. Sprung: Die Welt der Kategorien (8-9 Monate)
  7. Sprung: Die Welt der Reihenfolgen (11 Monate)
  8. Sprung: Die Welt der Programme (13 Monate)
  9. Sprung: Die Welt der Prinzipien (15 Monate)
  10. Sprung: Die Welt der Systeme (17 Monate)

In dem Artikel zu diesem Sprung beziehe ich mich auf den bekannten Ratgeber von Hetty and de Rijt und Frans X. Plooij. Als ich diesen Blog kreiert habe, habe ich das Buch „Oje, ich wachse rezensiert – den Artikel findet ihr hier. „Oje, ich wachse“ ist eins der meistverkauften Elternbücher der letzten Jahre, und liegt bei fast jeder jungen Mutter oder jungem Vater irgendwo zwischen Nachttisch und Wickelkommode. Der Ratgeber „Oje, ich wachse – von den 20 Sprüngen in der mentalen Entwicklung ihres Kindes…“ von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij. Der Ratgeber ist so beliebt, dass es mittlerweile schon weitere Bücher in der Reihe gibt, zum Beispiel zum Thema Durchschlafen, als Praxisbuch mit Spielen, oder auch als Tagebuch zur Aufzeichnung der eigenen Erlebnisse in den Sprüngen.

Das Buch ist im Mosaik Verlag erschienen und kostet je nach Ausgabe zwischen 10€ und 25€. Die aktuell neuste Ausgabe von 2019 könnt ihr auf Amazon hier bestellen.


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Ich habe das Buch „Oje ich wachse“ selbst gekauft und selbst bezahlt.

Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

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