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Elternratgeber >Oje ich wachse<

Die Zeit rast. Da waren wir gerade noch beim 2. Sprung, und nun ist schon wieder ein Monat vorbei. Weiter geht es mit dem 3. Sprung des Ratgebers „Oje, ich wachse – von den 20 Sprüngen in der mentalen Entwicklung ihres Kindes…“ von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij steht an.

Aber was hat sich bei uns denn nun wirklich getan? Zu jedem Sprung werde ich unsere Erfahrungen teilen – Links zu den weiteren Sprüngen findet ihr am Ende des Artikels.

Die Welt der fließenden Übergänge

Im 3. Entwicklungssprung lernt das Baby laut van de Rijt und Plooij die Welt der fließenden Übergänge kennen. Wichtig: Dabei kann es – erstmal – immer nur einen fließenden Übergang meistern. Danach muss es kurz innehalten und kann dann zum nächsten ansetzen. So kann es nun den Arm nach der Rassel ausstrecken. Dann diese greifen. Das schütteln der Rassel ist dann bereits der nächste „fließende Übergang“. In meiner Rezension des Buches schrieb ich, dass es sich recht viel wiederholt. Nun, ein bisschen liegt das wohl auch in der Natur der Sache: Auch jetzt weint das Kind wieder mehr, es möchte auf den Arm. Eventuell fängt es sogar an zu fremdeln oder schlechter zu essen. Es möchte Aufmerksamkeit haben – und Körperkontakt. Letzteres kann sich auch durch ein stärkeres Nuckelbedürfnis äußern. Stillenden Müttern sei daher gesagt: Ein Nucki ist nichts böses. Auch wenn ihr Kind bisher keinen Schnuller bekommen hat.

Der Avent Nucki war der einzige den der Mausebär genommen hat, und er war ein Segen.

Sicherlich ist ein Nucki kein Allheilmittel und es wird womöglich anstrengend ihn dem Kind wieder abzugewöhnen. Aber: Bevor die Brustwarzen wund so genuckelt sind, dass die Mutter bei den Mahlzeiten des Kindes Schmerzen hat; oder bevor man vor lauter Schreien und Nörgeln wütend auf das Kind wird das vermeintlich keinen Grund hat zu schreien, ist ein Schnuller eine tolle Lösung. Nicht jedes Kind nimmt sie – aber manchmal klappt es vor lauter Nuckel-Not in dieser Phase trotzdem (so zum Beispiel bei uns, aber dazu unten mehr).

Der 3. Sprung ist für viele Babies und Eltern ein sehr anstrengender. Es ist aber auch ein sehr schöner Sprung, denn das Baby kann danach merklich mehr mit seiner Umwelt interagieren und bereitet den stolzen Eltern eine wahre Freude wenn es gluckst und erzählt. Die meisten kleinen Kinder können nach diesem Spruch vokalartige Laute von sich geben und Spuckebläschen bilden – und sie tun es mit Wonne, mal laut und mal leise.
Auch die Hände kann es nun sehr viel besser koordinieren. Es greift nach Spielzeug wenn man es ihm hinhält und schüttelt eine Rassel. Es befühlt die eigene Kleidung oder die Gesichter und Kleidung der Eltern, und schaut seinen Füßen beim Bewegen zu. Viele Kinder wollen nun auch gern gestützt sitzen. Der Kopf kann nun schon relativ stabil gehalten werden, was durch „Baby Sit-ups“ und hochziehen an den elterlichen Fingern stolz vorgeführt wird.

Das sind allerdings alles auch nur häufig vorkommende Veränderungen – denkt daran, dass jedes Kind anders ist und Deins nicht alle und schon gar nicht alle gleichzeitig durchmachen muss.

„Bitte, bitte, nimm den Schnuller“

Please make today tolerable.
Photo by Kari Shea on Unsplash

Anders als noch beim ersten und zweiten Sprung, haben wir diesen volle Bandbreite mitbekommen. Zumindest glauben wir das. Zeitlich lag es mit dem Start an Heiligabend zwar eher schon im vierten Monat, also ein paar Wochen zu spät – das deckt sich aber mit dem korrigierten Alter, also wenn man den erwarteten Geburtstermin nimmt und nicht den – einige Wochen zu frühen – tatsächlichen.

Wer bist Du? …und was hast Du mit meinem Mausebär gemacht?!

Das Kind war wie ausgewechselt. Schrie und schrie, und schlief nicht. Egal wie müde, egal wie frustriert. Es wurde wieder ständig aufgewacht, dauernd musste genuckelt werden, geschuckelt und getragen. Ich hatte keine Pause mehr, meine Brüste taten weh. Und ich war völlig fertig – zwei lange, lange (seeeeeehr lange!) Wochen. Meine Nerven aus Stahl plötzlich so fragil wie ein Hauch Zuckerwatte – nicht nur den Mausebär erkannte ich nicht wieder, auch mich nicht.

Wir fuhren sogar in der Wohnung mit dem Kinderwagen spazieren. Auf und ab auf 5 Metern – bitte, bitte schlaf doch.

Die Schnuller, die wir geschenkt bekommen hatten, hatte ich längst weggepackt. Sie brauchte nie einen – warum ihn also aufzwingen und dann mit 3 wieder abgewöhnen. Nun aber waren meine Brustwarzen wund, die Haltung beim Dauerstillen fuhr mir in Rücken und Knie – ich fühlte mich todmüde und überanstrengt. Dazu kam, dass der Mausebär ständig die Händchen in den Mund steckte um sich zu beruhigen. Die Worte unserer Hebamme aus dem Vorbereitungskurs fielen mir wieder ein:

Ein Schnuller ist absolut in Ordnung, vor allem dann wenn er das Leben mit Baby schöner und leichter macht. Der Daumen ist was anderes – den gibt man nicht ab. Aber einen Schnuller… den holt die Schnullerfee und das wars.

– Unsere Hebamme

Als ich es an einem Tag nicht mehr aushielt, habe ich sie also wieder raus gekramt. Wir hatten ein kleine Auswahl der altbekannten Marken – dank Drogerie-Babyclubs und Verwandtschaft. Der erste wurde ausgespuckt, der zweite wurde ausgespuckt, …der dritte blieb drin. Es war wunderbar. Das Kind schlief selig ein – ohne Brust.

Zur Sicherheit habe ich quasi direkt noch einen Satz Schnuller der selben Sorte nachbestellt. Bei guter Laune und im Tiefschlaf brauchen wir sie nicht – aber wenn wir sie brauchen helfen sie schnell und zuverlässig.

Seit der Sprung geschafft ist, wird hier noch mehr gelacht und gegluckst als vorher. Vor allem nach dem Schlafen werden ganze Geschichten erzählt und dabei die Händchen geknetet. im Mund landen sie Immer noch, aber es wird nicht dran genuckelt – vielmehr beim erzählen nachgefühlt, was da im Mund eigentlich passiert. Auch die Nächte sind wieder besser geworden und der alte „2-3 manchmal 4 Stunden“-Rhythmus ist zurück. Juchu!

Die nächsten Sprünge laut „Oje, ich wachse“

Ich werde weitere Artikel zu den einzelnen Sprüngen schreiben, wenn wir diese mit unserer Tochter durchleben, damit ich ein Gefühl dafür habe, was sich im Vergleich zu den im Buch angegebenen Informationen wirklich getan hat. Ich werde diese hier Stück für Stück verlinken – bis wir beim 10. Sprung ankommen, dauert aber noch eine Weile.

  1. Sprung: Ein Sprung in der Reife (5 Wochen)
  2. Sprung: Die Welt der Muster (8 Wochen)
  3. Sprung: Die Welt der „fließenden Übergänge“ (12 Wochen)
  4. Sprung: Die Welt der Ereignisse (19 Wochen)
  5. Sprung: Die Welt der Zusammenhänge (6 Monate)
  6. Sprung: Die Welt der Kategorien (8-9 Monate)
  7. Sprung: Die Welt der Reihenfolgen (11 Monate)
  8. Sprung: Die Welt der Programme (13 Monate)
  9. Sprung: Die Welt der Prinzipien (15 Monate)
  10. Sprung: Die Welt der Systeme (17 Monate)

In dem Artikel zu diesem Sprung beziehe ich mich auf den bekannten Ratgeber von Hetty and de Rijt und Frans X. Plooij. Als ich diesen Blog kreiert habe, habe ich das Buch „Oje, ich wachse rezensiert – den Artikel findet ihr hier. „Oje, ich wachse“ ist eins der meistverkauften Elternbücher der letzten Jahre, und liegt bei fast jeder jungen Mutter oder jungem Vater irgendwo zwischen Nachttisch und Wickelkommode. Der Ratgeber „Oje, ich wachse – von den 20 Sprüngen in der mentalen Entwicklung ihres Kindes…“ von Hetty van de Rijt und Frans X. Plooij. Der Ratgeber ist so beliebt, dass es mittlerweile schon weitere Bücher in der Reihe gibt, zum Beispiel zum Thema Durchschlafen, als Praxisbuch mit Spielen, oder auch als Tagebuch zur Aufzeichnung der eigenen Erlebnisse in den Sprüngen.

Das Buch ist im Mosaik Verlag erschienen und kostet je nach Ausgabe zwischen 10€ und 25€. Die aktuell neuste Ausgabe von 2019 könnt ihr auf Amazon hier bestellen.


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Ich habe das Buch „Oje ich wachse“ selbst gekauft und selbst bezahlt.

Author

34. Mama vom Mausebär. Weltenbummler, fest verankert in Köln. Crossfitter und Eishockeyspieler. Ernährungs-Besserwisser.

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